Wegberg: Rettung der Raky-Weiher ist in Sicht

Wegberg: Rettung der Raky-Weiher ist in Sicht

Die Raky-Weiher zwischen Arsbeck und Dalheim drohen zu verlanden. Deshalb soll noch in diesem Jahr mit ersten Rettungsmaßnahmen für die Postkartenidylle in der Nähe der größten Motte im Rheinland begonnen werden.

Mit der Rettung der Raky-Weiher zwischen Dalheim, Arsbeck und Rödgen soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Das wurde am Dienstag während der Sitzung des Landschaftsbeirats im Heinsberger Kreishaus deutlich. In den letzten Jahren sind eine zunehmende Verlandung der Raky-Weiher und ein deutlich spürbarer Rückgang des Schilfbestandes zu beobachten.

Das Gebiet um die Raky-Weiher ist nicht nur aus naturschutzfachlichen Gesichtspunkten schützenswert. Auch die Stadt Wegberg selbst und die Bürger der Stadt wollen das Gebiet in jedem Fall als naturnahes Naherholungsgebiet erhalten. Die Komplexität der Aufgabenstellung und die Vielzahl der Zuständigkeiten war für den Kreis Heinsberg Anlass, ein abgestimmtes Konzept zur weiteren Entwicklung des Gebietes voranzutreiben.

Dazu haben mehrere Abstimmungsgespräche mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), der Bezirksregierung Köln (Höhere Landschaftsbehörde, Obere Wasserbehörde), dem Forst und der Stadt Wegberg stattgefunden. Wegen des komplexen Sachverhaltes hat man sich dazu entschlossen, eine Grundlagenuntersuchung, die die Belange von Naturschutz und Landschaft sowie die der Wasserwirtschaft gleichermaßen berücksichtigt, erstellen zu lassen. Im Herbst 2011 ist das Büro Lanaplan aus Nettetal beauftragt worden, Grundlagenuntersuchungen für ein "Maßnahmenkonzept Raky-Weiher und Helpensteiner Bach" durchzuführen. Die Ergebnisse der Grundlagenuntersuchung wurden dem Landschaftsbeirat nun präsentiert. Dabei wurde deutlich, dass die völlig verschlammten Raky-Weiher einen schlechten Einfluss auf die Wasserqualität des durchfließenden Helpensteiner Bachs haben. Außerdem gibt es laut Lanaplan viel zu viele Fische in den Raky-Weihern. Die Wassertiefe beträgt nur 50 bis 70 Zentimeter. Eine elektronische Befischung hat außerdem ergeben, dass es in beiden Weihern mehr als 10 000 Rotaugen leben. Außerdem fanden die Biologen sieben große Karpfen, zwei Kois, 200 Barsche sowie Hechte, Gründlinge und Brassen.

  • Wegberg : Bedrohter Raky-Weiher soll gerettet werden

Um Teich- und Gewässerqualität des Helpensteiner Baches zu verbessern, ist es nach Angaben der Kreisverwaltung erforderlich, den Bachverlauf von den Teichen abzutrennen und über zwei bis drei Jahre eine Sommerung und Winterung (Trockenlegung) der Teiche durchzuführen. Das Vorgehen soll in enger Zusammenarbeit mit dem Angelverein erfolgen. Mit einer Sedimentuntersuchung wäre zunächst die Beschaffenheit (welches Material, Schlammdicke usw.) zu klären. Nach einer Abfischung soll behutsam der nördliche Weiher abgelassen und beobachtet werden, wie sich der Helpensteiner Bach seinen Weg suchen wird. Beim Ablassen sind Sedimentabschwemmungen in den Unterlauf des Baches nur in geringem Maße zulässig, um die Ökologie im Unterlauf nicht zu schädigen. Um dieses zu gewährleisten, sind Detailüberlegungen für den Bereich des regulierbaren Ablaufs (Heuballen, Abspundung, Überpumpen) notwendig.

Um eine ökologische Durchgängigkeit zu erreichen, müsste eine Sohlgleite geschaffen und der Ablauf erneuert werden. Um mit einer Winterung des nördlichen Weihers noch in diesem Jahr beginnen zu können, soll in Kürze ein Gesamtkonzept in Auftrag gegeben werden, das ein Bewirtschaftungskonzept, die Gewässerplanung und die technische Umsetzung einschließlich der Zeitschiene und des Managements beinhaltet. Seitens der Bezirksregierung Köln wurde signalisiert, dass eine ökologische Gewässerentwicklung und eine Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit des Helpensteiner Baches förderfähig seien. Ein entsprechender Förderantrag soll nach Vorliegen des Gesamtkonzeptes gestellt werden.

(RP/ac)
Mehr von RP ONLINE