Kreis Heinsberg: Pusch: "Bürger zahlen die Zeche"

Kreis Heinsberg : Pusch: "Bürger zahlen die Zeche"

Nach Ansicht von Landrat Stephan Pusch ist die Müllverbrennungsanlage (MVA) Weisweiler nicht wettbewerbsfähig. "Wer sich viele Jahre lang daran gewöhnt hat, dass die Müllmengen aus Heinsberg zwangsweise in Weisweiler landen, hat auch kaum einen Anreiz gehabt, sich wettbewerbsfähig aufzustellen", sagt er.

Die Zeche dafür müssten die Bürger in Düren, Aachen und Heinsberg zahlen — damit müsse endlich Schluss sein, meint der Landrat.

Im Gegensatz zum Kreis Heinsberg sind die Städteregion Aachen und der Kreis Düren Miteigentümer der MVA Weisweiler. AWA-Sprecher Michael Uhr weist den Vorwurf von Landrat Pusch zurück. Die MVA Weisweiler habe ihre effektiven Kosten um 25 Prozent verringert. Er kenne das Gerücht, dass die MVA Weisweiler überdimensioniert sei, nur zu gut: "Ich predige seit zwölf Jahren das Gegenteil, aber diese Bedenken, die ihren Ursprung in der Öko-Szene haben, sind einfach nicht aus der Welt zu kriegen." Die MVA war nach seinen Angaben nur in drei von den 15 bisherigen Betriebsjahren nicht ausgelastet, und zwar in den ersten Betriebsjahren und im Jahr 2001, als es Probleme mit einer Quecksilberbelastung gab. "In den vergangenen zehn Jahren lag die Auslastung immer bei der angestrebten Kapazität von 360 000 Tonnen pro Jahr, zum Teil haben wir sogar den Grenzwert von 400 000 Tonnen erreicht."

Der AWA-Sprecher räumt jedoch ein, dass die Anlage derzeit vergleichsweise wenig Erlös auf dem freien Markt erzielt: "Der Marktpreis ist zurzeit einfach ruinös", sagt er. Dennoch sei die MVA Weisweiler wirtschaftlich gut aufgestellt. "Das Müllgeschäft ist kein rein ökonomisches, sondern auch ein ökologisches", sagt Uhr. "Wenn mit Müll beladene Lkw ständig quer durch die Republik rollen, kann doch irgendwas nicht richtig sein."

(RP/rl)
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