Hückelhoven: Projektorraum fürs Museum

Hückelhoven: Projektorraum fürs Museum

Speziell für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung, für die die oberen Stockwerke des Hilfarther Korbmachermuseums unerreichbar sind, haben die Mitglieder des Vereins ein neues Angebot geschaffen.

Aus der alten Waschküche voller Gerümpel ist ein ansehnlicher Vorführraum geworden: Speziell für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderung, für die die oberen Stockwerke des Hilfarther Korbmachermuseums unerreichbar sind, haben die Mitglieder des 1999 gegründeten Vereins auf knapp 30 Quadratmetern ein neues Angebot geschaffen.

Über eine Rampe ist der Projekttorraum erreichbar. Bewohner des evangelischen Altenzentrums in Hückelhoven testeten jetzt, was die Rurtal-Korbmacher seit August 2010 in Eigenleistung geschaffen haben. Ihr Urteil fiel äußerst positiv aus. Hinter den Hilfarther Ehrenamtlern liegt eine ganze Menge Arbeit. "Die Decken waren schon morsch", berichtete Vorsitzender Hermann-Josef Knur bei der offiziellen Eröffnung. "Wir haben einige Container mit Schutt vollgemacht."

Mit Hilfe eines Beamers informieren die Vereinsmitglieder nun über die Ausstellung mit den verschiedenen Flechttechniken in dem ehemaligen Franziskanerinnenkloster, das bereits 1533 seine erste Erwähnung fand. "Wir sind sehr stolz auf das, was hier entstanden ist", betonte Knur. Und: "Die Renovierung war viel Arbeit."

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Ein dickes Lob gab es auch von Landrat Stephan Pusch. Was im Korbmachermuseum durch Eigeninitiative entstanden sei, sei beeindruckend, sagte der Chef der Kreisverwaltung. Das kontinuierliche Wachsen der gesamten Anlage habe er mitverfolgt. Er gehe davon aus, dass die Bedeutung des Hilfarther Museums in Zukunft zunehmen werde. Denn es sei wichtig, alte Handwerkstraditionen nicht nur auszustellen, sondern in Aktion zu zeigen. Pusch sicherte weiterhin die Unterstützung des Kreises Heinsberg zu.

"Ein Juwel mitten im Ortskern" — so bezeichnete Bürgermeister Bernd Jansen das Hilfarther Korbmachermuseum. Ungezählte Arbeitsstunden seien geleistet worden. "Ich bin hier öfters", verriet der Erste Bürger. "Die Entstehungsgeschichte habe ich miterlebt."

Vereinsvorsitzender Hermann-Josef Knur erinnerte an die Anfänge des Museums an der Marienstraße. Der Raum sei schon bald zu klein geworden für die zahlreichen Ausstellungsstücke und Aktivitäten. Das Aus für das alte Korbmacherhandwerk in den 60er Jahren war für die Rurtal-Korbmacher eine Chance. Das notwendige Erlernen neuer Berufe — Schlosser, Maurer, Elektriker — komme dem Museum heute zugute.

(RP)
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