Hückelhoven: Panama entdecken und helfen

Hückelhoven: Panama entdecken und helfen

Der Hückelhovener Abiturient David Beumers absolviert zur Zeit ein Entwicklungshilfe-Jahr in Mittelamerika. Zwei Schulklassen des Gymnasiums unterstützen seine Arbeit und luden zu einem "Panama-Abend" ein.

Es war als würde er nur einen Raum weiter sitzen, tatsächlich befand sich David Beumers, während er über die Eindrücke von seinem "Anderen Dienst im Ausland" berichtete, 9400 Kilometer weit entfernt in Veraguas, einer Provinz in Panama.

Per Webcam wurde er zusammen mit einem anderen Freiwilligen, Niklas Weins, dem Gymnasium Hückelhoven live zugeschaltet. Hier haben sich Schüler der Klassen 9a und 10c über viele Monate, mit ihren Religionslehrern Ilma Sturms und Dr. Thomas Rubel rund um das Thema Panama beschäftigt.

Mit Begeisterung angesteckt

"Wir erinnern uns noch gut daran, wie Herr Rubel zum Schuljahresbeginn mit leuchtenden Augen in die Klasse kam und von der Idee erzählte, das Projekt ,Menschen in Panama brauchen unsere Hilfe' zu unterstützen", erzählte Raquel aus der 10c. "Mit seiner Begeisterung hat er uns alle angesteckt. Das einzige Problem war: Wir hatten keine Ahnung über das Land", fügte sie hinzu. Doch das sollte sich bald ändern: Die Schüler informierten sich über Panamas Land und Leute, fertigten Plakate zum Thema an und konnten in zwei Spendenaktionen rund 1400 Euro sammeln, die sie an den "Dritte-Welt-Kreis Panama" in Herdecke weiterleiteten.

Angefangen hat alles jedoch schon vorher, durch David Beumers, der im vergangenen Jahr sein Abitur am Gymnasium Hückelhoven machte. "Er hat sich Gedanken gemacht, seine Dienstpflicht in Panama abzuleisten", erzählte Dr. Thomas Rubel, Davids ehemaliger Lehrer. Daraufhin kam Rubel die Idee, Davids Arbeit von Deutschland aus zu unterstützen. Mit dem Dritte-Welt-Kreis Panama, der David Beumers eine Stelle als Freiwilliger vermittelte, stand die Schule dabei in Verbindung.

Und so kamen zum Abschluss des Projekts dessen Vorsitzender Paul Heer und zwei bereits zurückgekehrte Freiwillige, um über die Entwicklungshilfeprojekte zu erzählen. Sie stellten Panama als Land mit faszinierenden Landschaften und sozialen Gegensätzen vor.

Meist seien es die Menschen aus ländlichen Gebieten, die in bitterer Armut leben. "Allerdings haben sie trotz allem eine enorme Lebensfreude, das ist einfach bewundernswert", berichtete David Beumers aus Panama. "Man lernt hier ganz andere Denkmuster kennen. In Deutschland meckert man über Kleinigkeiten, obwohl doch im Grunde alles besser läuft als woanders."

Die Idee weitergeben

Diese Erfahrung präge viel mehr als die anstrengende Arbeit. "Es ist auch nicht allein unsere Arbeit, die den Menschen hier weiterhilft. Vielmehr ist es die Idee, die wir nach Deutschland tragen, wenn wir anderen von unseren Erfahrungen erzählen und sie auf die Situationen in Panama aufmerksam machen", sagt Beumers. Dazu haben der Panamaabend und die Projektarbeit der Schulklassen sicher ein wenig beigetragen.

(RP)