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Oberbruch: Kunst in der Fabrik mit Erkelenzer Werken

Ausstellung in Oberbruch mit Kunst aus Erkelenz : Künstlerische Kommunikation

„Kunst in der Fabrik“ zeigt unter anderem Werke von zwölf im Erkelenzer Land aktiven Künstlern. Für viele Kunstschaffende war es die erste öffentliche Ausstellung seit langer Zeit.

Beim Betreten der Räume kann man heute kaum noch erahnen, dass noch vor 50 Jahren tausende von Menschen an diesem Standort gearbeitet haben. Großflächige, in dunklem Grau gehaltene Trennwände strukturieren die Räume. Sie geben auch großformatigen Werken einen wirkungsvollen Auftritt. Es ist ein Zusammenspiel von Bildserien, das in dieser Großzügigkeit künstlerisch ergänzt.

Lange ist sie bereits geplant, doch erst im August konnte die Ausstellung aufgrund der Corona-Unsicherheiten wirklich initiiert werden. Auf den 3500 Quadratmetern Ausstellungsfläche sind bis zu 300 Besucher zugelassen, natürlich mit den üblichen Infektionsschutzmaßnahmen. Dann musste alles sehr schnell gehen, Plakate mussten gedruckt, Einladungen versendet und alles gut geplant werden.

Die Organisation übernahmen Ruth Schulmeyer und Johannes Donner mit Team und kümmerten sich um alle notwendigen Details. Gedacht haben sie auch an eine musikalische Begleitung des Events. Der Gitarrist Bernd Gast aus Köln spielte nicht lediglich vor und nach der Eröffnungsrede, sondern ließ auch im weiteren Verlauf des Abends in den weitläufigen Räumen bei den verschiedenen Kunstwerken seine Stücke erklingen und erfreute mit gekonnten Songs.

Andrea Hürfeld eröffnete die Vernissage mit einem Text des Künstlers Ralf Walraff. „Kunst in der Fabrik ist ein Experiment, das sich, bedingt durch den großen Erfolg 2019, auch in diesem Jahr dank großer Unterstützung wieder präsentieren kann. Trotz aller Widrigkeiten zeigen erneut Künstler aus dem In- und Ausland ihre aktuellen Arbeiten und geben damit diese zur Kommunikation und Anregung frei.“

Für viele Künstler ist es die erste Ausstellung in diesem Jahr. Die Virus-Vorsichtsmaßnahmen ließen nicht viel Platz für öffentliche Präsentationen von Kunstwerken seit Februar. Sie arbeiteten in diesen Monaten in ihren Ateliers und an neuen Entwürfen. „Kunstschaffende wollen das, was sie geschaffen haben, auch zeigen“, erwähnte Marie-Theres Jacobs-Bolten, die als neue Vorsitzende der Kunststiftung der Sparkasse Worte zur Eröffnung sprach. „Der Austausch über die Kunstwerke ist wichtig.“ Damit richtete sie ihren Dank an die Veranstalter, die Künstler selbst und an alle, die gekommen waren. Die Freude und Spannung über die Ausstellung war bei ihnen deutlich zu spüren. Viele neue Ansätze und neue Herangehensweisen im individuellen Stil sind sichtbar.

Beispielhaft seien hier einige namhafte Künstler der Region mit ihren Ausstellungsstücken erwähnt. Ruth Schulmeyer zeigt in ihrer Serie „Futur“ Formen in Weiß. Sie zeigt, dass diese „Farbe“ unterschiedliche Töne beinhaltet und durchaus Formen zeigen kann. Ingrid Pusch gestaltet ihre großflächigen „Fields of Gold“ in nuancierten natürlichen Tönen, die zusammen ein nahezu monochromes Erscheinen bieten.

Beate Bündgen weckt mit den Strukturen des Lebens Gegensätze in Grau- und Orange-Tönen. Die Holzstrukturen der formgebenden, geschnitzten Stelen sind Thema in ihren Drucken. Wilfried Kleiber hat ein Modell in der Größe 1:3 seiner Metallskulptur, welche im Kreisverkehr Hückelhoven platziert ist, mitgebracht. Er arbeitet mit Gegensätzen aus Metall und anderen Werkstoffen wie Holz oder Stein, die er zu neuen Formen vereint. Johannes Donner zeigt großformatige Fresken. In Schichten baut er plastische Strukturen, welche er durch kontrastreiche oder tonale Farbgebung wirken lässt.

Es wird angestrebt, diese künstlerische Kommunikation zwischen Kunst und Raum mit dem Titel „Kunst in der Fabrik“ nicht wie bisher zweijährig stattfinden zu lassen, sondern in einen jährlichen Rhythmus zu bringen. Was für alle Kunstinteressierten der Umgebung ein Gewinn und eine Freude sein wird.