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Niederländische Betrüger wollten Impfzertifikate im Kreis Heinsberg ergaunern

Ermittlungen gegen 33 Verdächtige : Niederländische Betrüger wollten Impfzertifikate im Kreis Heinsberg ergaunern

In zahlreichen Fällen versuchten Täter, sich die Zertifikate zu ergaunern. Die Apotheker im Kreis sind gut vernetzt und haben sich untereinander gewarnt – die Betrugsversuche flogen auf.

Die Polizei im Kreis Heinsberg hat Ermittlungen gegen 33 Tatverdächtige aufgenommen, die versucht haben sollen, mit gefälschten Unterlagen über angebliche Impfungen an Impfzertifikate zu kommen. Den vor allem aus dem niederländischen Grenzgebiet stammenden Beschuldigten werde nun Urkundenfälschung vorgeworfen, teilte eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde mit. Die Taten hatten sich Anfang Oktober vor allem in den Gemeinden Selfkant und Gangelt ereignet. Aber auch in der Stadt Hückelhoven im nördlichen Teil des Kreises Heinsberg habe es diese Betrugsversuche gegeben.

Erfolgreich waren die Tatverdächtigen mit ihrer Masche allerdings nicht, sie scheiterten bei dem Versuch, sich ein Impfzertifikat zu ergaunern. Die Polizei des Kreises Heinsberg steht nun in enger Absprache mit den niederländischen Kollegen, um die Ermittlungen gemeinsam zu führen.

Es seien Kleinigkeiten, an denen ein Apotheker erkennen kann, dass es sich um einen gefälschten Impfnachweis handelt oder nicht, sagt der Heinsberger Apotheker Heinz Nießen. Das könne beispielsweise ein Stempel in einer Farbe sein, der von der Arztpraxis gar nicht verwendet wird. Nießen ist mit vielen seiner Berufskollegen gut vernetzt, schnell hatten sich die Betrugsversuche herumgesprochen und die Apotheker im Kreis waren gewarnt. Durch geschickte Nachfragen sei es den Kollegen darüber hinaus schnell möglich zu erkennen, ob es sich um einen echten Nachweis handle.

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Nicht jeder fremde Kunde, der seine Impfung in einer weiter entfernten Arztpraxis erhalten habe, sei direkt ein potenzieller Betrüger. „Aber wir haben in diesem Punkt eine Sorgfaltspflicht, die ist notwendig“, sagt Nießen. Das bedeutet, dass er auch mit einem niederländischen Arzt Rücksprache hält, wenn ein Kunde zu ihm in die Apotheke kommt. „Jetzt, wo der Druck wächst, wollen viele an ein Impfzertifikat kommen. Wir müssen achtsam bleiben“, sagt Nießen. Auch, weil Impfpässe keine Echtheitsmerkmale enthalten. Sie sind nahezu frei erhältlich und könnten auch im Internet gekauft werden.

(mwi)