Wegberg: Neues Zuhause in Arsbeck

Wegberg : Neues Zuhause in Arsbeck

Mit einer Feier sind drei Wohngruppen für behinderte und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche eröffnet worden. Träger ist der Neukirchener Erziehungsverein. Haus und Außengelände bieten viel Bewegungsraum.

Zwar sind noch Bagger und anderes Gerät im Außenbereich im Einsatz, doch der Umbau im Haus ist doch schon seit dem vergangenen Jahr abgeschlossen. Unter Regie der Architekten Dr. Valerio Ferrau und Michael Lange aus Düsseldorf ist das ehemalige evangelische Jugendheim an der Arsbecker Helpensteinstraße umgebaut worden. Drei Wohnungen für je sechs Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten sind entstanden.

Wohnprojekt schließt eine Lücke

Bei den Arbeiten draußen handele es sich um "Aufhübschungen", um das Gelände zum Spielen und Toben fertigzustellen, erklärte Geschäftsbereichsleiter Siegfried Bouws bei der offiziellen Einweihung, der Keller sei im März fertiggestellt worden. Bereits 2003 hatte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Neukirchener Erziehungsverein gebeten, mit Blick auf die unzureichende Versorgungslage für mehrfach förderbedürftige Kinder und Jugendliche ein Konzept zu erarbeiten, um die Versorgungslücke bei diesen hoch spezialisierten Betreuungsformen zu schließen.

Der Standort in Arsbeck erwies sich als ideal. Die Anbindung an die Infrastruktur ist gut und das Haus ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Versorgungs- und Einkaufsmöglichkeiten sind im Ort ebenso vorhanden wie Arztpraxen und medizinisch-therapeutische Einrichtungen. Der Umbau ist mit der Hochbauabteilung des LVR sowie mit dem Kreis Heinsberg abgestimmt worden und berücksichtigte die besonderen Bedürfnisse der hier zu betreuenden Kinder und Jugendlichen mit umfassendem Förderbedarf. Sie können dauerhaft in den Wohngruppen leben. "Ein grundlegendes Ziel unserer Arbeit ist die möglichst weitgehende Verselbstständigung der Kinder", sagte Einrichtungsleiter Roland Reichert. Mit der Volljährigkeit sollen sie in weiterführende Wohnformen entlassen werden.

Pfarrer Hans-Wilhelm Fricke-Hein, Direktor des Vereins, stellte eine Verbindung zur Jesu Heilung der Blinden und Lahmen im Tempel her: "Sie sind ihm in den Tempel gefolgt und sind so in die Mitte der Gesellschaft geführt worden." An diesem Tag werde gefeiert, dass die jungen Menschen hier ein Zuhause haben, wo sie ihre Stimme erheben und sich ändern können.

Landrat Stephan Pusch hieß den Neukirchener Erziehungsverein als neuen Träger im sozialen Netzwerk des Kreises Heinsberg willkommen, dem schloss sich Bürgermeister Reinhold Pillich für die Stadt Wegberg an. Die neue Einrichtung sei eine Bereicherung für die Stadt, sagte Pillich, die die Kinder und Jugendlichen in ihr Vereins- und Gemeindeleben einbinden möchte. Als Gratulanten schlossen sich Jens Sannig, Superintendent des Kirchenkreises Jülich, und Alex Kessler vom Landesjugendamt an.

(cole)
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