Mönchengladbach: Neues Autobahnnetz wegen Garzweiler II

Mönchengladbach: Neues Autobahnnetz wegen Garzweiler II

Das neue Autobahnkreuz Jackerath soll im Sommer für den Verkehr freigegeben werden. Die Bauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Wegen des vorrückenden Tagebaus wird die A 61 zwischen Jackerath und Wanlo abgerissen.

Die neue Trasse der Autobahn 44 wurde wegen des vorrückenden Braunkohlentagebaus Garzweiler II durchschnittlich um etwa einen Kilometer nach Osten verschobenen und wird ab Sommer 2018 die Autobahnkreuze Jackerath und Holz verbinden. Das Teilstück der Autobahn 61 zwischen den Anschlussstellen Wanlo und Jackerath wird ab Ende 2018 abgerissen, um Platz für die vorrückenden Braunkohlenbagger zu machen.

Projektleiter Hans-Werner Seul von Straßen.NRW koordiniert die Arbeiten am Kreuz Jackerath seit Mai 2012 von seinem Büro im Gut Kaiskorb nahe des Autobahnkreuzes Jackerath aus. Wo Braunkohle gewonnen wird, muss auch das Autobahnnetz rund um das Abbaugebiet neu geordnet, verstärkt oder verlegt werden. Das in NRW in diesem Umfang einmalige Projekt A 44/A 61/A 46 am Rande der Ballungsräume Düsseldorf und Köln ist eine Kooperation zwischen dem Landesbetrieb Straßen.NRW und dem Energieunternehmen RWE Power. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme beziffert Straßen.NRW auf rund 110 Millionen Euro.

Wenn Hans-Werner Seul über das Großprojekt spricht, das er seit knapp sechs Jahren betreut, spricht er schon in der Vergangenheitsform. "Es war eine schöne Aufgabe, bei der alles weitgehend wie geplant verlief und wir von bösen Überraschungen weitgehend verschont geblieben sind", sagt er. Die neue Autobahnstrecke für die A 44n ist so gut wie fertig gebaut, bis zum Sommer stehen noch einige abschließende Arbeiten an den Anschlussstellen an, bevor es dann an den Rückbau der Altflächen geht. Bei Hans-Werner Seul liefen seit 2012 die Fäden zusammen, er koordinierte die Planung, kümmerte sich mit seinem fünfköpfigen Team um die Ausschreibung der Gewerke und Veröffentlichungen.

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Bereits einige Wochen vor der offiziellen Eröffnung des Autobahnkreuzes Jackerath wird der Verkehr von Koblenz (A 61) und Aachen (A 44) Richtung Mönchengladbach über die neue Trasse geführt. Der Verkehr nach Koblenz folgt dann ab Ende August. Die A 44 wird zwischen dem Anschluss an die bestehende A 44 nördlich von Titz und dem neu errichteten Autobahnkreuz Jackerath mit der A 61 östlich des heutigen Autobahnkreuzes Jackerath vierstreifig und ab diesem neuen Kreuz bis zum bestehenden Anknüpfungspunkt Autobahnkreuz Holz sechsstreifig ausgebaut. Baubeginn war der 30. Mai 2012.

Die Autobahn 44 zwischen den Autobahnkreuzen Holz und Jackerath musste den Abbaubaggern des Braunkohletagebaus Garzweiler II Platz machen. Bevor das A 44-Teilstück vom Autobahnnetz abgehängt werden konnte, bekam die A 61 breitere Schultern: Auf knapp zehn Kilometern wurde der Autobahn A 61 in jeder Fahrtrichtung ein weiterer Fahrstreifen hinzugefügt. Damit war sie gerüstet, den Verkehr der weichenden A 44 aufzunehmen.

Das Vorrücken der Braunkohlenbagger macht nun den umgekehrten Schritt erforderlich: Jetzt wird die A 61 vom fortschreitenden Tagebau in Anspruch genommen. Darum wurde die A 44neu gebaut und die A 46 zwischen den Autobahnkreuzen Wanlo und Holz von vier auf sechs Fahrstreifen erweitert. Von der A 46 müssen in der Zeit der Unterbrechung der A 61 ab Ende 2018 die Umleitungsverkehre vom Autobahnkreuz Wanlo über das Autobahnkreuz Holz zum Autobahnkreuz Jackerath aufgenommen werden. Im Jahr 2035 soll der Tagebau Garzweiler II so weit fortgeschritten sein, dass die A 61 auf der alten Trassenführung wieder hergestellt werden könnte. Der Landesbetrieb Straßen.NRW weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass aufgrund der dann zu erwartenden Reduzierung der Verkehrsmengen auf der A 46 zwischen dem Autobahnkreuz Wanlo und dem Autobahnkreuz Holz mit einer deutlichen Abnahme der Lärmimmission gerechnet werden dürfe. Durch die Nutzung sowohl der A 44n zwischen den Autobahnkreuzen Jackerath und Holz als auch der A 61 zwischen den Autobahnkreuzen Jackerath und Wanlo sei in Zukunft von einer Halbierung der Verkehrsmenge auf der A 46 auszugehen, was mit einer Reduzierung der Lärmimmission einhergehe.

(hec)