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Wassenberg: Neue Herausforderung beim Rundfunk

Wassenberg : Neue Herausforderung beim Rundfunk

Pfarrer Dr. Titus Reinmuth wird am Sonntag von der Evangelischen Kirchengemeinde Wassenberg/Dalheim verabschiedet. Familienarbeit und die Hospizinitiative waren Schwerpunkte seiner zwölfjährigen Amtszeit.

Der Stadt den Rücken zudrehen wird Pfarrer Dr. Titus Reinmuth nicht, wenn er ab nächste Woche sein neues Amt im Team der Rundfunkbeauftragten im Düsseldorfer Film-, Funk- und Fernsehzentrum der Evangelischen Kirche antritt. "Wir werden zwar aus dem Pfarrhaus ausziehen, aber dann in Birgelen wohnen", sagt Reinmuth, der sich nach zwölf Jahren als Pfarrer in Wassenberg auf das Leben als Berufspendler einstellt. Denn in Wassenberg fühle sich die Familie wohl, Ehefrau Susanne arbeite hier als Ergotherapeutin, Tochter Pauline (10) werde weiter aufs Erkelenzer Cusanus-Gymnasium gehen.

 Dr. Titus Reinmuth (oben links) als Seelsorger bei einer ökumenischen Feier gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Pfarrer Thomas Wieners – und (unten) bei seinem Hobby in der Kirchenband "Kreuzweise".
Dr. Titus Reinmuth (oben links) als Seelsorger bei einer ökumenischen Feier gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Pfarrer Thomas Wieners – und (unten) bei seinem Hobby in der Kirchenband "Kreuzweise". Foto: kn (Archiv)

Und Reinmuth selbst will der Gemeinde als Mitglied der Kirchenband "Kreuzweise" erhalten bleiben. "Das Texten für die Band und Bassspielen sind mein Hobby, das mir sehr viel Spaß macht", sagte der 47-Jährige, der sich riesig über die Einladung von Kreuzweise mit dem Musical "Ruth" zum Evangelischen Kirchentag im Mai in Hamburg freut. Reinmuth schließt nicht aus, bei "Not am Mann" noch ab und an wie sein — ebenfalls immer noch in Wassenberg lebender — Vorgänger, Oberkirchenrat Klaus Eberl, einen Gottesdienst zu leiten. Dreinreden werde er einem Nachfolger/einer Nachfolgerin in die Gemeindearbeit auf keinen Fall, aber für Tipps und Informationen natürlich gern zur Verfügung stehen.

Rückblickend auf die vergangenen zwölf Jahre nennt Reinmuth die Entwicklung der gemeindlichen Familienarbeit als besonders erfreulich. Die monatlichen, in einem Team vorbereiteten Familiengottesdienste mit anschließendem Pizzaessen seien ein Renner geworden. Als Zukunftsaufgabe sieht er die Seniorenseelsorge, auch angesichts der sich wandelnden Bevölkerungsstruktur. Als Vorsitzender des ambulanten Hospizvereins Regenbogen ist der Pfarrer stolz auf die Entwicklung der ehemals kleinen Initiative zu einem Verein mit heute 59 geschulten Ehrenamtlern, die im vergangenen Jahr 100 Menschen im halben Kreisgebiet begleiteten.

"Ich bin gern Pfarrer hier gewesen", bekennt Reinmuth. Aber ebenso verlockend war für ihn der Reiz der Aufgabe, theologisch und journalistisch Glaubensfragen zeitgemäß im Rundfunk zu vermitteln. Dass er das vorzüglich kann, bewies Reinmuth bereits seit fünf Jahren mit vielen Texten für Andachten, Geistliche Worte, allgemeine Kirchensendungen in WDR und Deutschlandfunk und zwei Rundfunkgottesdienste aus der Wassenberger Kreuzkirche. Immer wieder fragte man bei ihm an, und Reinmuth fand Gefallen an der Arbeit für solche Sendungen, die er künftig federführend mit betreuen wird: etwa die Sendungen Kirche in 1Live oder Kirche in WDR 2. Reinmuth fungiert in einem Viererteam von Rundfunkbeauftragten aus den drei Landeskirchen in NRW als stellvertretender Beauftragter für den WDR. Das Rundfunkzentrum in Düsseldorf verfügt über ein eigenes Studio mit Techniker, in dem die Kirchenbeiträge fertig produziert werden.

Aber wie geht's jetzt für die Gemeinde weiter? Für das Frühjahr hofft Reinmuth auf die Amtseinführung eines/einer Nachfolgerin. Gerade laufen im Presbyterium die Vorstellungsgespräche. Für den 16. Dezember ist der Vorstellungsgottesdienst geplant, die Wahl, wenn alles glatt läuft, für Mitte Januar. Pfarrerlos ist die Gemeinde auch nach Reinmuths Abschied nicht. Pfarrer Thomas Bergfeld aus Dalheim, bislang schon Reinmuths Teamkollege, ist Ansprechpartner, unterstützt von den seelsorgerisch ausgebildeten Ehrenamtlern (Prädikanten) Ralf Schachoff und Marcus Johnen sowie Pfarrer Gernot Müller von der JVA Heinsberg.

(RP/ac)