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Wassenberg: Mordfall: Polizei sucht dritten Verdächtigen

Wassenberg : Mordfall: Polizei sucht dritten Verdächtigen

DNA-Untersuchungen haben die Polizei auf die Spur eines weiteren Beteiligten gebracht. Gesucht wird Franky Gri aus Mönchengladbach.

Der Mordfall im Wassenberger Wald weitet sich aus: Vieles deutet darauf hin, dass es einen dritten Beteiligten gegeben hat. Freitag traten Polizei und Staatsanwaltschaft mit der Suche nach dem weiteren Verdächtigen an die Öffentlichkeit. Sie bitten um Hinweise auf Franky Gri, geboren am 20. März 1976 in Mönchengladbach. Der Mann steht in dringendem Verdacht, an dem versuchten Mord an dem Wassenberger Arzt (50) bei Maria Hoop/Niederlande in der Nähe von Waldfeucht beteiligt gewesen zu sein. "Es bestehen Anhaltspunkte dafür, dass er auch an der Tötung des Bonners beteiligt war", sagt die Staatsanwaltschaft. Das Amtsgericht Aachen hat daher auch gegen den Beschuldgiten Gri Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen.

Die Ermittlungen nach dem Aufenthaltsort Franky Gris seien bislang erfolglos verlaufen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Sein letzter Wohnsitz liegt in Krefeld." Am Donnerstag waren ein 65-jähriger Wassenberger und ein 44-jähriger Wegberger festgenommen worden. Beide werden verdächtigt, einen 46-jährigen Bonner am Wanderparkplatz Heesweg ermordet und wenig später einen Mordversuch an dessen Bruder, einem Arzt aus Wassenberg, im Wald bei Maria Hoop/Niederlande verübt zu haben, dem Arzt gelang bekanntlich schwer verletzt die Flucht.

DNA-Spuren am Tatort Maria Hoop hätten die Polizei auf die Spur der dritten Verdächtigen gebracht, den Staatsanwalt Peter Jansen Freitag als "bereits polizeilich in Erscheinung getreten" kennzeichnete. Näheres dazu sagte er nicht. Ob Gri an den Geldgeschäften beteiligt gewesen ist, die Hintergrund der beiden Taten bildeten, könne noch nicht gesagt werden.

Die beiden in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen helfen den Ermittlern bislang nicht, Licht ins Geschehen am Sonntag, 21. Oktober, zu bringen. Der 65-jährige Wassenberger, dem der Ermordete und dessen Bruder rund zwei Millionen Euro für eine lukrative Anlage (von Antiquitäten soll die Rede gewesen sein) anvertraut hatten, schweige zu den Beschuldigungen. Sein 44-jähriger Komplize bestreitet bislang jede Tatbeteiligung, sagte Staatsanwalt Peter Jansen.

Die Ermittlungen zu den genauen Tathergängen sind noch nicht abgeschlossen, über das "Mordwerkzeug" wollte Staatsanwalt Jansen aus ermittlungstechnischen Gründen nichts sagen. Keine Auskunft gibt es bislang auch darüber, wer dem Bonner den tödlichen Schlag versetzt und dessen Bruder schwer verletzt hat. Immerhin scheinen beide Taten in zeitlichem Zusammenhang zu stehen. Das Treffen mit dem Arzt habe kurz nach dem Mord stattgefunden, sagte Jansen.

(RP/ac)