Hückelhoven: Mehr Licht für Hasenglöckchen-Wald

Hückelhoven: Mehr Licht für Hasenglöckchen-Wald

Nach Forstarbeiten ergibt sich im Wald zwischen Baal und Doveren ein chaotisches Bild. Aufgeräumt wird im Herbst.

Der Frühling webt sein blaues Blüten-Band wieder im Wäldchen oberhalb der Landstraße zwischen Baal und Doveren. Die Blaue Blume von Baal, auch Hasenglöckchen genannt, entfaltet in diesen Tagen ihre Pracht und lockt zahlreiche Naturfreunde von nah und fern an. Die allerdings äußern sich vielfach erschrocken über das Bild, das sich derzeit zwischen den Buchenstämmen bietet: Nach Forstarbeiten liegen dicke Äste und ein Gewirr von Reisig fast flächendeckend über dem blauen Blütenteppich.

Nicht wenige Waldbesucher bringen Kamera und Stativ mit zu dem in Deutschland seltenen Naturschauspiel, doch sie müssen förmlich einen Flecken suchen, auf dem kein Geäst das Bild beeinträchtigt. An einigen Stellen haben Reifen schwerer Fahrzeuge den Waldboden durchpflügt. Kopfschüttelnd stehen Spaziergänger auf dem Pfad und kommentieren das Chaos entsetzt, finden den Anblick der unter Naturschutz stehenden Blumenflächen "traurig".

Fürs Überleben der Blauen Blumen seien die Arbeiten aber unabdingbar gewesen, beteuert Harald Helger von der Stadtverwaltung Hückelhoven. "Der Einschlag war notwendig. Wenn es zum Kronenschluss kommt, verschwindet das Hasenglöckchen." Der Geo-Ökologe, bei der Stadt für Umwelt und Naturschutz zuständig, weiß, dass die Waldhyazinthe, die in Deutschland nur an ganz wenigen Stellen wild wächst, genügend Licht und eine gewisse Grundfeuchtigkeit braucht. Zu viel Schatten kann sie nicht vertragen.

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Das zweite große Vorkommen der Maiblumen hinter dem Industriegebiet in Richtung Doverheide/Großkünkel, erreichbar über die Dieselstraße, sei vor Jahren durchforstet worden, berichtet Helger, und in diesem Waldstück blühen die Hyacinthoides non-scripta, so ihr botanischer Name, jetzt wieder üppig. In dem frisch ausgelichteten Areal mussten die im Winter begonnenen Arbeiten unvollendet eingestellt werden. Die Wege wurden wieder hergerichtet, doch durch wiederholte Frosteinbrüche wurden die restlichen Arbeiten nicht mehr geschafft. Aufräumen könnten die Forstarbeiter erst nach der Brutperiode und Blütezeit, wohl im August oder September, so Harald Helger. "Man muss die Pflege beibehalten, und diese Flächen versuchen wir auf jeden Fall zu erhalten."

Rund drei Wochen lang wird das Hasenglöckchen in voller Blüte stehen, in diesem Jahr etwa bis zum 20. Mai. Am vergangenen Wochenende waren viele Glöckchen noch geschlossen. "Sie brauchen jetzt ein paar sonnige, warme Tage und etwas Regen", erklärte der Kenner der Blauen Blume. War im Vorjahr Mitte Mai schon alles vorbei, hat in diesem fröstelnden Frühjahr der Wechsel zwischen warmen und kalten Tagen die Hauptblüte hinausgezögert.

(RP)
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