Kreis Heinsberg: Markus Bruns ist neuer Regionalvikar

Kreis Heinsberg: Markus Bruns ist neuer Regionalvikar

Bischof Helmut Dieser hat den gebürtigen Birgelener, Propst an St. Gangolf in Heinsberg, mit dem neuen Amt betraut. Er leitet künftig ein Dreierteam, das die Anliegen der Region Heinsberg beim Bistum stärken und vertreten soll.

Als eine Herausforderung, aber auch als eine Chance, die er gerne annimmt - auch wenn damit für ihn noch mehr Arbeit verbunden sein wird - sieht der Heinsberger Propst Markus Bruns (51) seine neue Aufgabe als Regionalvikar für die Region Heinsberg. Gerade veröffentlichte der Aachener Bischof Helmut Dieser seine Entscheidung über die Besetzung des neuen Amtes in den acht Regionen des Bistums, das die bisherige Funktion des Regionaldekans ersetzt - und doch nicht exakt damit vergleichbar ist. Eine Wahlversammlung (wie bislang für den Regionaldekan) gibt es nicht mehr.

Das Konzept ist ein etwas anderes und hängt zusammen mit dem vom Aachener Bischof angestoßenen Prozess "Heute bei dir", mit dem Bischof Dieser in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit Gremienvertretern, aber vor allem auch mit der vielzitierten Basis in den katholischen Kirchengemeinden einen tiefgreifenden Gesprächs- und Veränderungsprozess über die Zukunft des Gemeindelebens anstoßen will. Der Regionalvikar, so erläutert Bruns im Redaktionsgespräch, soll dabei moderierend mitarbeiten.

Ihm zur Seite stehen werden künftig im so genannten Regionalteam - auch das ist neu - ein pastoraler Mitarbeiter, etwa ein oder eine Pastoralreferent(in), und ein ehrenamtlicher Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin aus dem kirchlich engagierten Laienkreis. "Die beiden Teammitglieder für unsere Region stehen noch nicht fest, sollen aber bis 1. Juli benannt werden", sagt Bruns. "Zum 1. September werden die Regionalteams dann ihre Arbeit aufnehmen."

Im Vorfeld der Ernennung von Markus Bruns waren alle Priester in der Region Heinsberg sowie die Mitglieder des regionalen Pastoral- und Katholikenrates (und damit auch Vertreter der Laien) aufgerufen, Personen für das neue Amt vorzuschlagen. Da könnten in der Region Heinsberg rund 80 Stimmen zusammengekommen sein, schätzt Bruns. Der aber nicht die Zahl der abgegebenen Stimmen kennt und auch nicht weiß, wie viele Stimmen auf ihn und andere Vorgeschlagene entfallen sind. Das sollte nicht veröffentlicht werden.

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Die Entscheidung über die Besetzung lag letztlich beim Bischof - was nicht allen gefallen habe, räumt Propst Bruns ein. Denn es gab auch einige Kritik am Verfahren. "Der Bischof hat damit aber wohl vermeiden wollen, dass Personen durch eine Art Ranking öffentlich beschädigt werden", sagt Bruns. "Für mich hat die Aufgabe ihren Reiz darin, dass man den gewünschten Mitgestaltungsprozess in der Region verankern kann", sagt der Geistliche, dem der Kontakt zum Alltag der Menschen im ländlichen Raum besonders wichtig ist. "Wichtig wird es sein, die Eigenverantwortlichkeit der Gemeinden am jeweiligen Ort und die Rollen der Ehrenamtlichen zu stärken", betont er. Bei künftigen strukturellen Fragen der Pfarrgemeinden und Gemeinschaften der Gemeinden möchte er von vorneherein die Betroffenen einbeziehen.

Bruns weiß, dass es auf dem Land schwieriger wäre, eine Kirche zu schließen, als in der Großstadt. Und er möchte solche Radikallösung trotz sinkender Katholikenzahlen und zunehmender Religionsferne vermeiden und lieber neue kreative Konzepte fördern. Denkbar sei etwa die multifunktionale Nutzung von Gebäuden der Kirche.

Unkonventionelle Ideen sind dem neuen Regionalvikar auch bei der Vermittlung von Glaubensfragen und sozialen Anliegen der Kirche willkommen. "Wir müssen uns fragen: Wie ist unsere Sprache? Wie können wir den Glauben zeitgemäß vermitteln? Und was können wir vom Lebensalltag anderer Menschen lernen?"

Mit seiner neuen Aufgabe wird Markus Bruns, der in Birgelen aufgewachsen und seit 2010 Leiter der GdG Heinsberg-Waldfeucht und Propst an St. Gangolf in Heinsberg ist, weniger Zeit für seine eigenen Gemeinden haben, was er bedauert. Allerdings werden ihn hier künftig zusätzlich ein priesterlicher und ein pastoraler Mitarbeiter unterstützen.

(RP)