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Alexandra Schütz: Live-Kunstaktion als neue Attraktion

Alexandra Schütz : Live-Kunstaktion als neue Attraktion

Der Kunst- und Kulturtag am Wassenberger Burgberg findet am 2. Juni zum elften Mal statt. Auch in diesem Jahr setzt die Veranstaltung Akzente: Besucher können verfolgen, wie Gemälde entstehen. Künstlerin Alexandra Schütz organisiert mit.

Schon zum elften Mal findet der Kunst-und Kulturtag in Wassenberg statt — nach den Anfängen auf dem Roßtorplatz und im Alten Rathaus auf dem umgestalteten Burgberg. Hat der neue Ort die Veranstaltung verändert?

Schütz Dank der Idee von Maria Brosch, Stefanie Mosburger-Dalz und Rita Gehlen-Marx, ein Zeltdorf zu errichten, in dem die Künstler ihre Arbeiten präsentieren, hat sich im Vergleich zu den vorigen Jahren der Fokus auf die Burg und den Bergfried konzentriert. Der ursprüngliche Charakter eines "Gemischtwarenhandels", weil jeder Künstler seinen eigenen Pavillon mitgebracht hat, wurde damit zugunsten einer harmonischen äußeren Präsentationsform ad acta gelegt. Einen weiteren Vorteil bietet die Tatsache, dass es sich mit dem Ausstellungsplatz um einen historischen Ort in Wassenberg handelt, der den meisten Besuchern bekannt ist und der ein Suchen nach bestimmten Künstlern, musikalischen Gästen oder den Lesungen in anderen Veranstaltungsräumen verhindern soll. Alles ist in der Burg und rund um die Burg zu finden und sorgt somit für einen entspannten Familiennachmittag.

Wie nimmt der elfte Kunsttag Bezug auf Örtlichkeit Burgpark?

Schütz Die Aussteller, die sich bewerben, wissen genau, dass es sich um eine Open-Air-Ausstellung handelt. Das Besondere ist, dass sich alles rund um die Burg und den Burgberg abspielt und dass die Künstler sich in den floralen und historischen Hintergrund mit ihren Arbeiten einfügen: ob großformatige Drahtobjekte an der Burgmauer oder Live-Performances musikalischer und künstlerischer Natur oder Skulpturen auf den Burgwiesen. Zusätzlich wird die niederländische Band "Grupo seis Caminos", um die sich Hermann-Josef Kitschen vom Kulturförderverein bemüht hat, für Musik sorgen. Wie bereits in den Jahren zuvor stellt der Creativ-Kreis International (Emaille-Kunst, Seidenmalerei) in der Burg aus, und die Bücherkiste lädt zu Autorenlesungen ein.

Jedes Jahr gibt es Neues. Was sind in diesem Jahr die Besonderheiten?

Schütz Es wird eine Live-Performance um 14 Uhr auf dem Burgberg stattfinden. Durchgeführt wird sie von der Malerin Katia Inkiova-Kersten, dem Publikum sonst eher bekannt durch ihre Ikonenmalerei, und Martin Heinrichs, einem jungen Künstler aus Heinsberg. Gemeinsam werden sie zu verschiedenen Uhrzeiten insgesamt fünf Gemälde mit einem Mix aus Graffiti und Malerei anfertigen. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

Sie engagieren sich persönlich besonders für den Nachwuchs und ein junges Publikum. Was bietet der Kulturtag für jüngere Menschen?

Schütz Für jüngere Menschen ist sicherlich die Graffiti-Live-Performance sehr interessant. Graffiti ist eine junge, dynamische spontane Bildsprache, die den Kindern und Jugendlichen in ihrer Art, miteinander zu kommunizieren und sich auszudrücken, vielleicht sehr nahe kommt. Die Arbeiten im Schulzelt sprechen sowohl die Kinder im Grundschulalter an als auch die Schüler der weiterführenden Schulformen. Sie geben einen Überblick über die im Unterricht entstandenen Arbeiten und machen zum einen vielleicht Lust, selber kreativ zu werden, zum Anderen dient die Werkschau dazu, aufmerksam zu machen auf die Kreativität und die besonderen Fähigkeiten der Schüler. Normalerweise finden die Arbeiten nicht den Weg in die Öffentlichkeit und verschwinden in Schubladen. Durch den Kulturtag bekommen sie Wertschätzung. Familien, Freunde oder auch fremde Besucher bekommen einen Einblick in die Arbeit möglicher "Nachwuchskünstler". Klar möchten wir dadurch auch junge Besucher motivieren, den Kunst- und Kulturtag zum fixen Termin im Jahr werden zu lassen.

ANGELIKA HAHN FÜHRTE DAS INTERVIEW

(RP/ac)