Wegberg Lieder gegen die Armut in der Welt

Wegberg · 100 Sänger erhoben bei der Aufführung des "Poverty Requiem" im Wegberger Gymnasium ihre Stimmen gegen Armut. Gerecht zu teilen und gerechter Handel lauteten die zentralen Forderungen des fünfteiligen Weltmusikstücks.

 Rund 100 Schüler, Lehrer und Eltern des Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasiums kamen mit einem Percussion-Ensemble auf die Bühne, um mit dem Chorprojekt "Poverty Requiem" ihre Stimmen gegen Armut in der Welt zu erheben.

Rund 100 Schüler, Lehrer und Eltern des Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasiums kamen mit einem Percussion-Ensemble auf die Bühne, um mit dem Chorprojekt "Poverty Requiem" ihre Stimmen gegen Armut in der Welt zu erheben.

Foto: Günter Passage

Als er vor einem dreiviertel Jahr davon erfuhr, dass das Musikstück "Poverty Requiem" an der Schule aufgeführt wird, habe er Zweifel gehabt, ob es gut ankommen würde, gab Schulleiter Willy Meersmann zu Beginn des ungewöhnlichen Konzertes im Pädagogischen Zentrum (PZ) zu. Da jedoch die Armut zu Grabe getragen und sie damit ein bisschen kleiner werde, sei es ein freudiger Anlass, zu dem auch die Musik fröhlich sein sollte.

Die Dringlichkeit des Anliegens unterstrich Moderator Guido Knippenberg mit dem langsamen Zählen bis zehn. "In den vergangenen 30 Sekunden sind weltweit zehn Menschen gestorben, weil sie nicht genügend zu essen und zu trinken hatten", erklärte er dazu, "wir möchten aber heute nicht trauern, sondern positiv in die Zukunft blicken." Rund 100 Sänger waren mit einem Percussion-Ensemble auf die Bühne gekommen, um mit dem Requiem ihre Stimmen gegen die Armut zu erheben. Aus verschiedenen Ensembles, die sonst unabhängig agieren, setzte sich der imposante Chor zusammen: Schüler der Klassen fünf bis elf, Lehrer und Eltern bildeten einen Kinderchor, gemischten dreistimmigen Jugendchor, gemischten vierstimmigen Erwachsenenchor und gemischten dreistimmigen Männerchor. In die Charakteristika der fünf Teile der "Totenmesse für die Armut" führte Musiklehrer und Sänger Joachim Schenk ein – Musiklehrer Alexander Hergert hatte die Gesamtleitung inne. Die ersten vier Teile stammten aus verschiedenen Gegenden, im fünften Teil würden die Musikstile zusammen geführt, erläuterte Schenk. "Born to suffer" stellte den Ist-Zustand anhand des Problems, das eigene Kind nicht ernähren zu können, dar. Mit Soli von Lara Stevens (Sopran), Elisabeth Czimek (Alt), steten Trommelwirbeln und vielstimmigem Chor erreichten die afrikanischen Rhythmen das rund 250 Menschen umfassende Publikum. Ein Konglomerat vieler sprechender und singender Stimmen zu wiegenden Rhythmen latein-amerikanischen Karnevals brachte den Zeitpunkt der "Implosion" nahe, zu dem der Kreislauf zusammenbricht.

In "Morning" nahmen Trauende und Verstorbene Stellung – meditative indische Klänge stellten den Bezug zu Asien her. Befreit und fröhlich feierten alle in "So what?" ein Dorffest. Der übergreifende Teil "Hope" vermittelte die zentralen Botschaften des gerechten Teilens und des gerechten Handels. Der sich in Lautstärke und Tempo steigernde Gesang zur eindringlichen Percussion-Begleitung unterstrich diesen eindringlichen Appell und das Ziel des Requiems, die Reichen an ihre Verantwortung zu erinnern. Das Publikum zeigte sich begeistert vom Vortrag – die "Totenmesse" war gut angekommen.

(cole)
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