Kreis Heinsberg: Lernen bei der VHS - ohne Altersgrenze

Kreis Heinsberg: Lernen bei der VHS - ohne Altersgrenze

Rund 15 Prozent der Kursteilnehmer sind 65 Jahre und älter. Gesundheit, Sprachen, EDV bei Senioren gefragt.

Längst sind sie vorbei, die Zeiten, in denen Ältere bei den Volkshochschulen hauptsächlich mit schönen Lichtbildervorträgen "bedient" wurden (obwohl diese "Klassiker" natürlich auch noch angeboten werden). Der demografische Wandel hat der Fortbildung bei Senioren einen neuen Stellenwert gegeben. Kreis-Volkshochschulleiter Franz Josef Dahlmanns betont: "Lebenslanges Lernen ist für immer mehr Ältere zur Selbstverständlichkeit geworden. Und sehr viele können locker mit Jüngeren mithalten, wenngleich Bedürfnisse und Lernziele anders sind." Rund 15 Prozent der VHS-Besucher sind mittlerweile 65 Jahre und älter.

Wie viel sich in jüngster Zeit geändert hat, hin zu einem "Lernen ohne Altersgrenzen", zeigt sich auch statistisch: Die älteste VHS-Teilnehmerin im Kreis ist 95 Jahre alt und besucht zweimal pro Woche einen Englisch-Kursus, gefolgt, so Dahlmanns, von einem Herrn (92) und einer Dame (91), die Sportangebote für Senioren wahrnehmen.

Ohnehin scheinen viele Menschen ab 65 auf Gesundheit und körperliche Fitness besonderen Wert zu legen: Rund 40 Prozent der VHS-Kunden ab 65 im Kreis Heinsberg nutzen Sport- und Gesundheitsangebote, über deren breites Angebot die Broschüre informiert, in der die Anton-Heinen-Volkshochschule 60 besonders für Senioren konzipierte und weitere für sie gut geeignete Angebote zusammengefasst hat. Die Hefte liegen bei der Kreisverwaltung, in Rathäusern und etlichen öffentlichen Einrichtungen aus. Die Sport-Themen reichen von Gesundheitssport 50+ über Gymnastik für Frauen ab 60 und 65 bis hin Mobilitätstraining, Zumba oder Nordic Walking.

Wer die Broschüre durchblättert, stößt auch auf die zweite Domäne (22 Prozent der Hörer ab 65): Sprachen mit Schwerpunkt Englisch "in ruhigem Lerntempo". Wobei Dahlmanns allerdings betont, dass Ältere natürlich auch in allen anderen Sprachkursen (und anderen Angeboten) willkommen sind - und diese auch durchaus wahrnehmen.

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Dennoch schätzen viele Ältere gerade bei den immer stärker nachgefragten Computerkursen (18 Prozent) das Lernen in der eigenen Altersgruppe. Auch der Umgang mit Tablet und Smartphone ist für viele Ältere Neuland, auf das sie sich aber mit zunehmender Neugier begeben - gern unterstützt von der Volkshochschule. Dahlmanns verweist in Sachen EDV auf die gute Zusammenarbeit mit der Senioren Initiative Erkelenz (S.I.E.). Und er betont, dass ältere Kursleiter bei ihresgleichen gut ankommen. Immerhin rund zehn Prozent der 340 Dozenten der Kreis-Volkshochschule sind selbst schon "Ü 65".

Dass Ältere sehr eigenverantwortlich und intensiv lernen, ohne wie viele Jüngere den "Nutzwert" Beruf im Hinterkopf haben zu müssen, betont Dahlmanns. Auch das zugenommene Selbstbewusstsein der fitten Älteren als Kunden der VHS. "Auf deren Wünsche und Bedürfnisse gehen wir gerne ein: etwa dem Wunsch nach Kursterminen am Vormittag oder Lernmaterial in seniorengerechter Schrift und Darstellung."

Schließlich weist Dahlmanns noch auf die bewährte Zusammenarbeit mit den Senioreneinrichtungen im Kreisgebiet hin, in denen die Anton-Heinen-Volkshochschule auf Anfrage eigene Veranstaltungen anbietet - zumeist ebenfalls offen für interessierte Gäste.

(RP)
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