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„Lage drastisch verschärft“: Heinsberger Gesundheitsamt mahnt zur Vorsicht

Kreis Heinsberg schickt Impfbus auf Fahrt : Corona – Lage an Schulen hat sich drastisch verschärft

Die Amtsärzte blicken mit Sorge auf den Karnevalsauftakt. In den Schulen gibt es nach dem Maskenpflicht-Aus deutlich mehr Ansteckungen. Ein Impfbus ist unterwegs.

Mehr als 50.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden am Donnerstag bundesweit gemeldet – ein neuer unschöner Rekord. Auch im Kreis Heinsberg nehmen die Infektionszahlen zu, die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf inzwischen 184,8 angestiegen. Vor einer Woche lag sie noch unter 100. Vor diesem Hintergrund und auch angesichts der Tatsache, dass wieder mehr Menschen in die Krankenhäuser eingeliefert werden und die Intensivstationen sich mit ungeimpften und geimpften Patienten füllen, rät das Gesundheitsamt Heinsberg zu großer Vorsicht – besonders mit Blick auf den Auftakt der Karnevalssession.

„Leider ist die Wirkung der Impfung nicht immer wie erhofft, und offenbar schwächt sich der Schutzeffekt im Laufe der Monate bei einigen Menschen ab“, sagt Heidrun Schößler, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Die Zahl der gemeldeten Impfdurchbrüche nimmt laut Schößler täglich zu. Dabei handele es sich nicht nur um alte oder chronisch kranke Menschen, ergänzt Amtsarzt Christian Gingter. Die so Infizierten erkranken in aller Regel zwar  nur leicht, sie können dennoch das Virus auf andere übertragen und sind zeitweise oft genauso ansteckend wie Ungeimpfte, wie aktuelle Studien belegen. Da Geimpfte und Genesene von den meisten Testpflichten befreit sind und ohne weitere Auflagen an vielen Veranstaltungen teilnehmen dürfen, könne es durch unbemerkte Durchbruchsinfektionen zu einem erheblichen Ansteckungsrisiko für andere, vor allem nicht immunisierte Menschen kommen. „Die Annahme, als geimpfte Person selbst außerhalb jeder Gefahr und für andere ungefährlich zu sein, ist leider nicht mehr richtig“, sagt Amtsarzt Gingter. 

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Wie hat sich die Lage in den Schulen entwickelt? „Leider hat sich erwartungsgemäß auch die Situation in unseren Schulen seit Abschaffung der Maskenpflicht drastisch verschärft“, sagt Heidrun Schößler. Sie berichtet, dass schon in der ersten Woche ohne strenge Schutzmaßnahmen in den Schulen die Infektionszahlen dort stark gestiegen sind. Aktuell verzeichne das Gesundheitsamt Heinsberg über 80 Neuinfektionen  bei Kindern und Jugendlichen innerhalb einer Woche. Zum Vergleich: Abgesehen von den Reiserückkehrphasen im Sommer und Herbst lag diese Wochenzahl meist zwischen 20 und 40.

Wer sich vor einer Corona-Ansteckung schützen möchte, sollte Kontakte meiden, Abstände einhalten und sich unbedingt impfen lassen. Im November gibt es im Kreis Heinsberg drei weitere mobile Impfangebote: Montag, 22. November, 11 bis 14 Uhr, Rettungswache Heinsberg (Industriestraße 52), Mittwoch, 24. November, 11 bis 14 Uhr, Rettungswache Hückelhoven (Rheinstraße 106) und Freitag, 26. November, 13 bis 16 Uhr, Moschee Wassenberg (Sophia-Jacoba-Straße 1). Alle, die bisher ungeimpft sind oder die zweite Impfung benötigen, können sich dorthin wenden, auch Auffrischungsimpfungen werden angeboten.

(mwi)