Wegberg: Kunstfehler und Fehltritte

Wegberg : Kunstfehler und Fehltritte

Mit drei Einaktern trafen die Darsteller der Schwalmbühne den Geschmack ihres Publikums. Bei der Erstauflage des Sommertheaters standen auch schauspielerische Nachwuchstalente auf der Bühne. Den Erlös von 2500 Euro spendet der Harbecker Theaterverein einer sozialen Einrichtung.

Mit dem Vorsatz, für den guten Zweck herzhaft lachen zu wollen, waren viele Anhänger des Theatervereins Schwalmbühne Harbeck ins Forum gekommen. 320 Karten verkaufte der Theaterverein, sagte Vorsitzender Karlheinz Bonitz zu Beginn der Veranstaltung. Die Mitglieder könnten nun stolze 2500 Euro für einen sozialen Zweck in der Stadt spenden.

Neue Talente entdeckt

Für die Erstauflage des Sommertheaters hatte Regisseurin Gaby Braun drei Lustspiele ausgewählt. Während der Einakter traten auch neue schauspielerische Talente auf. Im ersten Stück "Kunstfehler" waren es gleich zwei: Die zehnjährige Lea-Lorena Kamps zerschnippelte im Wartezimmer des Krankenhauses Zeitschriften und ging recht resolut mit Monteur Niemeyer (Alfred Uschmann-Kamps) um, der sich stets reimend um die defekte Heizung kümmerte.

Auslöser für zahlreiche Lachsalven war der Auftritt von Hubert Kaisers als demenzkranke Patientin in rosa Nachthemd mit Stofftieren. Ebenso lustig kam das Ehepaar Gero und Katrin (Walter und Ulrike Kotlowski) daher, die sich in gewagten Formulierungen der ausgestellten modernen Malerei näherten. "Ich mach' das schon", suggerierte die resolute deutsch-stämmige Osteuropäerin Erika Pottlich (Ramona Honisch) ihrem Chef (Toni Röttinger) als Büroassistentin. Kurze Textauszüge statt PC und Aktenordner, ein Stelldichein mit der klugen Nachbarin (Alexandra Decken) statt einer After-Work-Party mit der "Schnepfe" Franziska Pütz (Birgit Röttinger) – der Unternehmensberater wandelte sich innerhalb eines einzigen Tages.

Bei "Der Fehltritt des Herrn Blümchen" spielte sich ein häusliches Drama vor aufgemalten Bücherregalen und Fernseher im Wohnzimmer des Ehepaares Blümchen (Karin und Karlheinz Bonitz) ab. Heinrich Blümchen hatte nach 22 Jahren pflichtbewussten Bezahlens von Alimenten eine Rate vergessen und geriet durch den Besuch des "unehelichen" Sohnes (brillant dargestellt von Tobias Geiser in Wildkatzen-Weste und Hornbrille), der Tochter Ilse (Debüt für Hanna Pischke) heiraten wollte, in Unannehmlichkeiten. Heinrich Blümchen fabulierte, marschierte am Bühnenrand entlang, wandte sich verzweifelt ans Publikum und drohte schließlich zornentbrannt mit Scheidung: Seine Ehefrau hatte das ganze Geld ohne sein Wissen überwiesen bekommen.

Lokaler Bezug

Die drei Lustspiele mit lokalem Bezug trafen den humoristischen Nerv des oft laut lachenden Publikums. Dabei waren längere solistische Schauspiel-Einlagen und kunstvoll gestaltete Bühnenbilder geeignete Zutaten des gelungenen Abends für den guten Zweck.

(RP)
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