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Kreis Heinsberg: Kulturhauptstadt: Kreis soll mitmachen

Kreis Heinsberg : Kulturhauptstadt: Kreis soll mitmachen

Maastricht und die Euregio haben sich gemeinsam als Europa-Kulturhauptstadt 2018 beworben. Einbezogen werden auch die Kreise im Großraum Aachen. Der Kreiskulturausschuss befürwortet die Beteiligung als große Chance.

Als eine Chance, von der der Kreis Heinsberg kulturell, wirtschaftlich und touristisch nur profitieren kann, sieht der Kreiskulturausschuss eine Unterstützung der Bewerbung von Maastricht und der Euregio Maas-Rhein als Europas Kulturhauptstadt 2018. Nur zwei Enthaltungen gab es denn auch bei der einhelligen Empfehlung der Ausschussmitglieder an den Kreisausschuss. Dessen Zustimmung und damit das Ja des Kreistags dürfte wohl nur noch Formsache sein.

Sowohl die CDU- wie auch die SPD-Fraktion hatten über Anträge, die das Anliegen unterstützten, das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Die CDU befürwortet in ihrem Antrag schon konkret die finanzielle Beteiligung des Kreises an der Gesamtkosten für die Planung und Umsetzung des Kulturhauptstadtkonzepts mit jeweils 39 333 Euro in den Jahren 2014 bis 2019 befürwortet.

Kürzlich erst hatte in Erkelenz die Kulturkonferenz des jungen Zweckverbandes Region Aachen, dem auch die Kreise Heinsberg, Düren und Euskirchen angehören, die gemeinsame Bewerbung der Großregion Maastricht-Aachen als Kulturhauptstadt im Europa der offenen Grenzen befürwortet. Im Vorfeld schon waren die Partner in die Konzeption der Bewerbungsunterlagen über eine Stiftung (nach niederländischem Recht) einbezogen worden. Die Vorarbeit war unter anderem über das Interreg-Programm gefördert worden.

Im Kreiskulturausschuss berichteten die beiden Geschäftsführer des Region-Zweckverbandes, Ulrich Schirowski und Manfred Bausch, über den aktuellen Stand. Durch das Motto "Europa wiederentdecken" habe die Bewerbung beste Chancen, sich bei der Entscheidung der Jury am 6. September gegen die Mitbewerber Eindhoven und Leeuwarden durchzusetzen. Schon im Vorfeld waren Eindhoven und Den Haag mit ihren Bewerbungen ausgeschieden — neben den Niederlanden kann 2018 Malta eine weitere Kulturhaupt stellen.

Natürlich werden sich kulturelle Leuchtturmprojekte auf die "Leaderstadt" Maastricht konzentrieren. Gleichwohl, so Schirowski, dürfte auch das kulturelle Leben in der Region profitieren. Unter einem Kulturhauptstadt-Label könnten nicht nur Spitzen-Angebote wie das Internationale Gitarrenfestival Heinsberg oder das künftige Museum Begas Haus Breitenwirkung weit über das Kreisgebiet hinaus erzielen, sondern durchaus auch Angebote der Amateurkultur und andere Veranstaltungen. An die beteiligen Kreise könnten weit höhere Mittel für eigene Projekte aus dem 80-Millionen-Kulturhauptstadt-Etat zurückfließen — von jeweils 487 500 Euro war die Rede — als mit dem Beitrag von insgesamt rund 236 000 Euro pro Kreis abgedeckt wären.

Die Kulturhauptstadt könnte auch Thema der Kreiskulturkonferenz werden, die die CDU im Ausschuss angeregte. Mit einer Gegenstimme (Freie Wähler) sprach sich der Ausschuss für diesen Gedankenaustausch von Vertretern des Kreises und der Kommunen aus.

(RP/ac)