Kreis Heinsberg: Zoll stellt Bilanz für Aachen, Düren und Kreis Heinsberg für 2018 vor

Jahresbilanz des Zolls in Aachen, Düren und Heinsberg : Zoll: 13 Kilo Marihuana abgefangen

Das Zollamt für den Kreis Heinsberg hat im Vorjahr 57.500 Sendungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr zur Ein- und Ausfuhr abgefertigt. Das Hauptzollamt Aachen beschlagnahmte kiloweise Marihuana, Heroin und Kokain.

Schmuggel, Schwarzarbeit, Warenein- und Warenausfuhren – das Hauptzollamt in Aachen mit seinen Nebenstellen in Heinsberg und Düren hat im Vorjahr allein 356 Millionen Euro an Zöllen, Einfuhrumsatzsteuer, Verbrauchsteuern und sonstigen Abgaben eingenommen. Spitzenreiter bei den nationalen Abgaben war darunter die Einfuhrumsatzsteuer mit 171 Millionen Euro, zieht die Bundesbehörde Bilanz, die der Aachener Hauptzollamtsleiter Mario Lambertz als „sehr erfreulich“ bezeichnet.

Insgesamt fertigten die Zollämter in Aachen, Düren und Heinsberg 311.300 Sendungen mit 1,2 Millionen Positionen im grenzüberschreitenden Warenverkehr zur Ein- und Ausfuhr ab, von denen 13.500 Abfertigungen zur Einfuhr und 44.000 zur Ausfuhr auf den Kreis Heinsberg entfielen, berichtet die Pressesprecherin des Hauptzollamts im Gespräch mit unserer Redaktion. Außerdem fertigte das Zollamt im Kreis Heinsberg 4700 Postpakte ab. „Einige importierte Waren konnten aufgrund von Verboten und Beschränkungen nicht an die Empfänger ausgehändigt werden, zum Beispiel wegen Markenrechtsverletzungen, Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz und das Waffengesetz“, teilt die Behörde allgemein mit und berichtet über zwei Fälle im Besonderen, einen aus dem Kreis Heinsberg: „Bei einer gewerblichen Einfuhrsendung wurden 600 Deckenleuchten aufgrund von Mängeln in der Produktsicherheit – fehlende CE-Kennzeichnung und nicht vorhandene Schutzabdeckungen – beschlagnahmt, und vom Zollamt in Heinsberg ist eine Waffe aus dem Verkehr gezogen worden.“

25.500 gewerbliche Ausfuhren gingen aus der Region Aachen, Heinsberg und Düren 2018 in Embargoländer, überwiegend in den Iran, die Ukraine und Russland. „Hier überprüfen wir vor der Ausfuhr, ob damit beispielsweise Kriegswaffen gefertigt werden können“, erklärt die Pressesprecherin. Das Volumen der im Kreis Heinsberg kontrollierten Embargowaren lag 2018 laut Zoll bei mehr als zwei Millionen Euro. Exportiert wurden unter anderem medizinische Produkte, Klimageräte, Süßwaren, gebrauchte Fahrzeuge und Verpackungsmittel.

Die Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung war auch im Vorjahr wieder eine wichtige Aufgabe des Zolls. „Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt“, betont die Pressesprecherin des Hauptzollamts. Die Bilanz: „Die Finanzermittler befragten 3067 Personen an ihren Arbeitsstellen und prüften bei 841 Arbeitgebern die Geschäftsunterlagen. Insgesamt wurden 2194 Strafverfahren sowie 833 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Die Gerichte verhängten Freiheitsstrafen von insgesamt fast 70 Jahren sowie Geldstrafen von mehr als 530.000 Euro.“

Schmuggel zu unterbinden, ist eine weitere Aufgabe des Zolls im grenznahen Raum zu Belgien und den Niederlanden. Deshalb wurden 2018 1719 Lkw und Kleintransporter, 1627 Pkw, 94 Busse und 31 Personenzüge sowie 5107 Personen kontrollierte. Die Zöllner leiteten danach 489 Strafverfahren gegen Personen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz ein und nahmen 39 Personen fest. In 228 Fällen beschlagnahmten sie Betäubungsmittel, darunter 13 Kilogramm Marihuana und zweieinhalb Kilogramm Heroin und Kokain.

Wie viele Fälle davon auf den Kreis Heinsberg entfielen, weisen die Statistiken des Zolls nicht aus, jedoch gibt die Pressesprecherin auf Nachfrage eine Einschätzung: „Die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sind an der Grenze zu den Niederlanden besonders auffällig, weil dort der Drogenkonsum in kleinen Mengen legalisiert ist.“ Der Kreis Heinsberg hat ein rund 78 Kilometer lange Grenze mit den Niederlanden, währen Aachen und die Städteregion zusammen nur auf 53 Kilometer kommen.

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