Umfrage der IHK Wirtschaft hält Mitarbeiter trotz sinkender Konjunktur

Kreis Heinsberg · Die im Frühjahr noch spürbare Zuversicht der Unternehmer hat sich eingetrübt. Welche Branchen sich Sorgen machen und wer volle Auftragsbücher hat.

 Arbeitsplätze sind trotz der Krise kaum in Gefahr, urteilt das Konjunkturbarometer.

Arbeitsplätze sind trotz der Krise kaum in Gefahr, urteilt das Konjunkturbarometer.

Foto: dpa/Oliver Berg

Die im Frühjahr noch spürbare Zuversicht der Unternehmer hat sich eingetrübt. Erst kam der Fachkräftemangel, dann Corona, jetzt der Krieg in der Ukraine mit steigender Inflation und der Energiekrise als Folgen: Die Wirtschaft schaut nicht mehr so zuversichtlich in die Zukunft wie zu Beginn des Jahres. Das zeigt das Herbst-Konjunkturbarometer der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Rheinland. Aktuell bewerten 30 Prozent ihre Lage als gut. Zu Jahresbeginn waren es 38 Prozent.

Kürzlich erst hatten sich Unternehmen im Kreis Heinsberg in einer IHK-Umfrage zu ihrer Situation geäußert. Die Situation habe sich verschärft, bleibe aber überwiegend positiv. 30 Prozent der Betriebe melden gute Geschäfte, 22 Prozent sind nicht zufrieden. Die Erwartungen sind jedoch deutlich zurückgegangen: Elf Prozent der Befragten rechnen noch mit einer positiven Entwicklung ihrer Geschäfte, 62 Prozent sind mittlerweile skeptisch. Dabei ist die Industrie der Sektor mit den höchsten Erwartungen (Saldo: -29).

 Neben der chemischen Industrie ist laut Konjunkturbarometer auch die zum Beispiel in Hückelhoven stark vertretene Logistikbranche betroffen. Zwar schätzen 30,8 Prozent ihre Lage noch als gut ein und 45,7 Prozent sind zufrieden, aber 23,5 Prozent sieht eine Verschlechterung. Bei den Erwartungen an die Geschäftsentwicklung verschiebt sich das Bild deutlich. Da sehen nur noch 8,6 Prozent eine gute Geschäftslage, 45,9 Prozent erwarten, dass sich die Lage verschlechtert.

Gründe dafür sind vor allem die steigenden Energiepreise und die Unsicherheit über die zukünftige Preisentwicklung. Das beschäftigt auch die Branchen Baugewerbe, Maschinenbau und Elektroindustrie. Während sie ihre Lage derzeit noch positiv einschätzen, macht ihnen eine drohende Gasmangellage Sorgen. Bei einem Rückgang um 50 Prozent würden 56 Prozent der Betriebe nicht mehr produzieren können. Im Handel führt die hohe Inflation und die damit verbundene Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu sinkender Nachfrage.

Die negativen Erwartungen haben kaum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Aus Sorge, nach der Krise ohne Mitarbeiter dazustehen, hielten die Unternehmen ihre Beschäftigten, sagt Michael Bayer von der IHK Aachen. Jeder sechste Befragte gehe sogar von einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen aus. Offene Stellen zu besetzen, bleibt aber ein großes Problem. Überdurchschnittlich gut ist die Lage für Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und IT-Dienstleister.

(gam/mwi)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort