Kreis Heinsberg: Kirchenaustritte beschäftigen Bistum Aachen

Zahlen aus dem Kreis Heinsberg : Kirchenaustritte beschäftigen Bistum

Die katholische Kirche verlor im Kreis Heinsberg innerhalb eines Jahres 1,2 Prozent der Mitglieder. Gemeldet waren Ende 2018 laut Bistum noch 145.995 Katholiken.

Im Bistum Aachen ist die Zahl der Mitglieder von 1.037.352 im Jahr 2017 um 1,6 Prozent auf 1.021.002 im Folgejahr gesunken. Diese Entwicklung machte auch vor dem Kreis Heinsberg nicht halt, jedoch ging die Zahl hier etwas leichter, um 1,2 Prozent, zurück. Die katholische Kirche verlor demnach innerhalb eines Jahres 1762 Mitglieder, so dass am 31. Dezember 2018 noch 145.995 Katholiken gemeldet waren.

Die Ursachen für den Rückgang der Katholikenzahl sind nach Kirchenangaben neben demographischen Faktoren und Wegzügen aus dem Gebiet des Bistums Aachen auch Kirchenaustritte. So sind im vergangenen Jahr 7086 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten, 1506 mehr als im Vorjahr. Auf den Kreis Heinsberg entfielen davon 906 Austritte, was 225 Personen oder 33 Prozent mehr als 2017 waren. Damit liegt die Region zwischen Übach-Palenberg und Wegberg bei den Auftritten im Jahresvergleich über dem Bistumsdurchschnitt, für den aus Aachen eine Steigerung um knapp 27 Prozent mitgeteilt wurde.

Insbesondere nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz ist die Zahl der Austritte deutlich gestiegen, berichtet das Bistum Aachen in einer Pressemitteilung. Haben im September 624 Menschen der Kirche im Bistum Aachen den Rücken gekehrt, waren es im Oktober 885 Menschen. „Ich kann verstehen, dass Menschen angesichts des Leids, das wir nicht einmal im Ansatz ermessen können, das Vertrauen in die Kirche verloren haben“, betont Andreas Frick, Generalvikar des Bistums Aachen. „Wir müssen alles dafür tun, um weiteres Leid zu verhindern. Das Bistum Aachen steht für eine konsequente Haltung der Null-Toleranz, für rückhaltlose Aufklärung, enge Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften und Transparenz.“ Neben unabhängigen Lotsen- und Anlaufstellen für Betroffene wird das Bistum alle Originalaktenbestände zum sexuellen Missbrauch einer externen Aufarbeitung zur Verfügung stellen. Ziel ist, neben der Aufar­beitung von Sachverhalten auch die Rolle von amtierenden und früheren Verantwortlichen zu klären. Neben der Untersuchung der Akten werden auch Interviews mit damaligen und heutigen Verantwortungsträgern geführt, heißt es in der Pressemitteilung.

Positive Statistikzahlen für den Kreis Heinsberg hält das Bistum Aachen bei den Wiederaufnahmen bereit. 2018 erfolgten 35. Das ist eine kleine Steigerung zu 2017 und steht gegen den Bistumstrend, wo die Aufnahmen um 15,3 Prozent zurückgingen. Auch bei den Trauungen steht die katholische Kirche im Kreisgebiet gut da. 2018 gab es 236 und damit 25 mehr als 2017, was einem Plus von 11,8 Prozent entspricht, wohingegen bistumsweit ein Minus von 0,9 Prozent berichtet wird. Etwas schwächer fällt im Kreis Heinsberg außerdem der Rückgang bei den Gottesdienstbesuchern aus: minus 5,4 Prozent. Insgesamt waren es im Bistum Aachen minus 8,2 Prozent.

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