Anlaufstelle im Kreis Heinsberg für Geflüchtete Keine Ukraine-Hilfen mehr für „Beratungsstelle Arbeit“

Kreis Heinsberg · Zum Jahresende soll die Unterstützung eingestellt werden – so sehen es die Pläne der NRW-Landesregierung aus. Welche Folgen das hat.

Johannes Eschweiler (v.l.), Anastasia Voitova, Danuta Dorosz, Joanna Schmitz und Elina Gandelheidt setzen sich für eine Fortsetzung der Ukraine-Hilfen ein.

Johannes Eschweiler (v.l.), Anastasia Voitova, Danuta Dorosz, Joanna Schmitz und Elina Gandelheidt setzen sich für eine Fortsetzung der Ukraine-Hilfen ein.

Foto: Eva Weingärtner

Die Ukraine-Hilfen der Beratungsstelle Arbeit Kreis Heinsberg sollen zum Jahresende eingestellt werden. So sehen es Pläne der NRW-Landesregierung vor. Damit läuft die Finanzierung der halben Stelle von Elina Gandelheidt aus, die aus der Ukraine Geflüchtete berät.

Auf diese Situation machten Johannes Eschweiler, Vorsitzender des Vereins Amos, Joanna Schmitz, Katholisches Forum, Danuta Dorosz und Elina Gandelheidt, Fachberaterinnen in der Beratungsstelle Arbeit, und Anastasia Voitova, bei Amos als Übersetzerin beschäftigt, aufmerksam. Die Beratungsstelle Arbeit ist ein Projekt des Berufsverbandes der KAB der Diözese Aachen und Amos, gefördert auch vom Katholikenrat der Region Heinsberg und aus dem Solidaritätsfonds für arbeitslose Menschen des Bistums Aachen. Sie wurde im Jahr 2011 als Erwerbslosenberatungsstelle eingerichtet und 2021 in die Beratungsstelle Arbeit umgewandelt, nachdem die NRW-Landesregierung die Beratung von Arbeitslosen neu aufgebaut hat. Finanziell unterstützt wird sie seitdem vom Land NRW und dem Europäischen Sozialfond.

Die Kernbereiche der Beratungsstelle liegen in der Beratung und Begleitung von Langzeitarbeitslosen im Hinblick auf eine Integration in Arbeit, von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen und Aufstockern sowie von Menschen, die von Arbeitsausbeutung betroffen sind. Die Aufgaben sind vielseitig. Mal geht es um die Sicherung der finanziellen Situation oder sozialrechtliche Fragen, mal um die Planung des Berufsweges oder darum, wie eine Stelle gefunden werden kann. „Wenn wir nicht mehr weiter wissen, vermitteln wir dank unseres Netzwerkes an andere Fachdienste, beispielsweise der Diakonie oder Caritas“, so die Fachberaterinnen. Zu Elina Gandelheidt kommen Ukrainer. „70 Prozent meiner Beratungen fallen auf Ukrainer“, sagte sie. Sie hilft, wenn Anträge gestellt werden müssen, vermittelt Sprachkurse, begleitet zum Jobcenter, kurz alles, um sich in Deutschland zurechtzufinden. Beim „Behördendeutsch“ ist sie eine wichtige Unterstützung. An ihrer Seite ist Anastasia Voitova als Dolmetscherin.

Den Anstieg an Beratungen führten alle Gesprächsbeteiligten auf den niederschwelligen Zugang zur Beratungsstelle zurück und der Tatsache, dass die Beratungsstelle sich am Amos-Standort befindet, die vor Ort unter anderem das Café International anbietet, zu dem im Schnitt 30 bis 50 Personen kommen, von denen 80 Prozent Ukrainer sind. Diese Zahlen würden allein schon für sich sprechen, dass die Ukraine-Hilfen nicht eingestellt werden dürfen, so Elina Gandelheidt. „Die Situation in der Ukraine wird sich vorerst nicht ändern. „Wir müssen Voraussetzungen schaffen, dass wir die aus der Ukraine Geflüchteten zielgerichtet in Arbeit vermitteln können und sie langfristig integrieren“, meinte Johannes Eschweiler.

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