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Kreis Heinsberg: IHK unterstützt Notfallplan Gas

Pläne der Bundesregierung : IHK unterstützt Notfallplan Gas

Einige Firmen in der Region müssten ihre Produktion einstellen, falls Gas knapp wird. Es geht um 50 besonders energieintensive Unternehmen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen unterstützt die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung, die zweite Stufe des Notfallplans Gas auszurufen und noch weitreichendere Vorkehrungen zur Energiesicherheit in Deutschland zu treffen. „Unsere Wirtschaft hat ein ureigenes Interesse, nicht Opfer des russischen Gasboykotts zu werden und auch im Herbst und Winter produktionsfähig zu sein“, betont Raphael Jonas, Geschäftsführer der IHK Aachen. „Unsere Betriebe werden deshalb alles tun, um mit dem kostbaren Gut Gas noch energieeffizienter als ohnehin schon zu wirtschaften.“

Allein im Bezirk der IHK Aachen – der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg – gibt es rund 50 besonders energieintensive Unternehmen: von der Grundstoffindustrie in den Bereichen Stahl, Chemie, Glas und Papier über Kunststoffe, Aluminium und Zement bis hin zu Nahrungsmitteln. „Sollten die Gaspreise noch weiter steigen oder Betriebe im schlimmsten Fall von der Gasversorgung abgeschnitten werden, müssten zahlreiche Firmen ihre Produktion einstellen“, warnt Jonas. Deshalb sei es wichtig, dass der Bund die Preisanpassungsklausel nicht aktiviert hat, um weiteren sprunghaften Preissteigerungen entgegenzuwirken.

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Viele Unternehmen in der Region, die derzeit auf Gas für Prozesswärme angewiesen sind, können ihre Produktionsprozesse nicht kurzfristig umstellen. Jetzt gelte es, dass die Politik für einen fairen Kostenausgleich zwischen Gasversorgern und -kunden sorgt, fordert Jonas. Kurzfristig empfiehlt die IHK Aachen, Gas in industriellen Produktionen wo immer möglich durch andere Energieträger wie Kohle und Öl oder idealerweise durch Erneuerbare zu ersetzen. Auch sollte Kohle als Reserve beibehalten werden.

Mittel- bis langfristig müssen jedoch die Erneuerbaren massiv ausgebaut werden. „Wir brauchen deutlich mehr Tempo bei der Energiewende“, bekräftigt Jonas. „Auch die Netzkapazität muss gesteigert werden. Nur so werden wir es schaffen, die Energieabhängigkeit Deutschlands zu minimieren und dadurch mehr Sicherheit und Stabilität für unsere Wirtschaft zu erzielen.“