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Kreis Heinsberg: Heimatpreis für Aktionskreis Auenherz, Spielträume Birgden und Selfkant-Schreibwerkstatt

Mit Kreativität Heimat bewahren : Kreis Heinsberg hat erstmals Heimatpreis vergeben

Der Kreis Heinsberg vergibt erstmals einen Heimatpreis und bedenkt dabei drei Gruppierungen, die sich in ganz unterschiedlichen Richtungen engagieren.

Der Aktionskreis Auenherz aus Wassenberg, bedacht mit 5000 Euro, der Verein Spielträume Birgden (3000 Euro) und die Selfkant-Schreibwerkstatt (2000 Euro) sind die Preisträger des Heimatpreises, den der Kreis Heinsberg in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt hat. Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern der Kreisverwaltung und der Politik, hatte die drei Gruppierungen zwar einmütig aus 25 Vorschlägen ausgewählt, stand dabei aber insgesamt gesehen vor einer schwierigen Qual der Wahl, wie der Jury-Vorsitzende Erwin Dahlmanns beim Festakt im großen Sitzungssaal des Kreishauses in Heinsberg sagte. „Alle hätten für ihr Engagement einen Preis verdient gehabt.“

Ein Förderprogramm des Landes mit dem Schwerpunkt Heimat hat den Kreis Heinsberg motiviert, diesen Preis einzuführen – und auch im nächsten Jahr wieder auszuloben. Die jetzt nicht Bedachten könnten dann zum Zuge können, so Dahlmanns, der den Engagierten empfahl, sich weiter für die Heimat einzusetzen. Landrat Stephan Pusch beneidete die Jury nicht um deren schwierige Arbeit, bekundete er. Sie hätten aber drei Ideen ausgewählt, die kreativ und bewahrend den Begriff Heimat umgesetzt hätten.

Der Aktionskreis Auenherz, vertreten durch Christoph und René Hermanns, ist ein Arbeitskreis im Heimatverein Wassenberg. Er hat sich den Schutz der Auenlandschaft entlang der Rur zur Aufgabe gemacht und zeige damit Einsatz für Heimat und Identität, sagte Pusch in seiner Laudatio.

Er überreichte den Heimatpreis auch an Markus Salden, der ihn im Namen des Vereins Spielträume Birgden entgegennahm. Der Verein hat eine 11.000 Quadratmeter große Ackerfläche zu einem naturnahen Spiel- und Begegnungsraum umgestaltet und damit nachhaltig Einsatz für die Heimat gezeigt.

Dritter im Bunde der Preisträger war das vom Journalisten und Schriftsteller Kurt Lehmkuhl mit Unterstützung der Volkshochschule 2009 ins Leben gerufene Schreib-Projekt. In der „Selfkant-Schreibwerkstatt“ verfassen Autoren aus dem Kreis Heinsberg Geschichten aus ihrer Heimat, die in Anthologien veröffentlicht werden. Alle Erlöse aus Verkauf und Lesungen – bisher fast 50.000 Euro – werden ans Hospiz in Erkelenz gespendet.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den Zwillingsschwestern Viola (Harfe) und Franziska Pusch (Gitarre), Schülerinnen der Kreismusikschule Heinsberg, und der Harfinistin Giedre Siaulyte, Lehrerin an der Musikschule. Und: Platt ist die Sprache der Heimat, das machten Anneliese von den Driesch aus Heinsberg und Karl Bertrams aus Wegberg mit ihren Wortbeiträgen deutlich, für die sie, wie alle Beteiligten, herzlichen und langen Beifall erhielten.