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Kreis Heinsberg: Grüne sind Gewinner der Europawahl, können Lücke der SPD aber nicht schließen

Kommentar : Grüner Sprung und Ü40-Kommunen

Mit einem Sprung weit über dem Bundestrend ging es für die Grünen im Kreis Heinsberg bei der Europawahl nach oben, wohingegen die SPD im selben Trend verlor. Während die FDP kreisweit leicht stärker abschloss, lagen Linke und AfD etwas unter den Bundeswerten. Dafür aber war die CDU stärker als bundesweit, möglicherweise fünf Prozentpunkte. Soweit ist das Wahlergebnis für den Kreis Heinsberg nicht überraschend.

Der Blick in die Kommunen ergibt aber ein differenzierteres Bild.

Die Grünen schlossen in Erkelenz und Wegberg noch etwas besser als im Bund ab. Der SPD gelang das in Übach-Palenberg. Die CDU kann weiterhin auf Kommunen mit über 40 Prozent bauen: Heinsberg, Waldfeucht, Gangelt und Selfkant. Die AfD wiederum lag am Abend in Hückelhoven leicht über dem Bundestrend, während die Linke überall schwächere und die FDP außer in Hückelhoven bessere Werte erzielte. Allen Parteien ist dringend geraten, die Zahlen im Detail anzuschauen. Ein Jahr vor der Kommunalwahl ist die Wählergunst stark in Bewegung. Da gingen Wahlbezirke, verglichen mit der Ratswahl 2014, von der SPD an die Grünen (Wegberg: Beeckerheide/Gerichhausen) oder von der CDU an die Grünen (Erkelenz: Oestricher Kamp und Oerather Mühlenfeld). Es stieg die AfD in einzelnen Wahlbezirken zur drittstärksten Kraft auf, in einem Hückelhovener auch zur zweiten, und verlor die SPD kreisweit Rang zwei. Hatte sie bei den vergangenen bundesweiten Wahlen zwischen 12,7 und 15,7 Punkten hinter der CDU gelegen, so sind es jetzt 19,1 – eine Lücke, die die Grünen nicht schlossen. Sie beendeten die Wahl mit einem Unterschied von 16,7 Punkten zur geschwächten, aber weiter stärksten Kraft, der CDU.