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Kreis Heinsberg: Grenze nach Limburg über Ostern dicht

Niederländische Grenze hinter Wassenberg : Wer durch möchte, der kommt durch

An der niederländischen Grenze war die Situation am Gründonnerstag entspannt. Wer unbedingt durchwollte, der kam auch durch die Kontrolle. Viele Autofahrer drehten dennoch um.

Deutsche Touristen dürfen die Grenze zu den Niederlanden in die Provinz Limburg an den Ostertagen wegen der Coronavirus-Pandemie ohne dringende Gründe nicht mehr überqueren. Dies hatte die niederländische Provinz Limburg am Mittwoch beschlossen. Ausflüge oder Shopping-Touren sollten demnach nicht zu den Gründen gehören.

Aber nicht immer sind Theorie und Praxis  deckungsgleich, wie am Grenzübergang Rothenbach zu beobachten war. Auch dort galten ab Gründonnerstag  diese neuen Spielregeln, über deren Einhaltung vier Zollbeamte wachten. Verglichen mit den Vorjahren hielt sich der Grenzverkehr in Grenzen. Weder staute sich von Wassenberg in Richtung Roermond der Autoverkehr, noch waren die Geschäfte in Rothenbach oder die Gartenbaucenter überlaufen. Die generelle Zurückhaltung in Zeiten des Corona-Virus machte sich bemerkbar. Dass dennoch direkt am Grenzübergang der Verkehr zum Stillstand kam, lag daran, dass jedes Auto halten musste und jeder Fahrer befragt wurde.

„Die Grenze ist nicht geschlossen, und wir weisen niemanden zurück“, so einer der Beamten. Er fragte generell nach dem Grund der Einreise in die Niederlande, um danach nach der Notwendigkeit zu fragen. Viele gaben frank und frei an, Lebensmittel oder Pflanzen kaufen zu wollen. „Müssen Sie den Spargel oder die Pflanzen in Limburg kaufen? Gibt es in Deutschland keine Spargelcenter oder Baumärkte?“, so die rhetorische Frage, auf die es entweder keine Antwort gab oder diejenige, die Güter seien in Limburg billiger. „Also ist Ihnen der Preis wichtiger als Ihre Gesundheit?“, folgte prompt als nächste Frage.

Mit großer Gelassenheit vollzogen die Beamten ihre Kontrollen. Jeder Autofahrer, der für sich entschied, seine Einreise sei dringend erforderlich, wurde durchgelassen. Aber rund 50 Prozent der potentiellen Kunden in den Geschäften und bei den Spargelanbietern drehte doch um und kehrte nach Deutschland zurück. Die große Gelassenheit der Beamten übertrug sich auf die Autofahrer, die zum Teil versicherten, sie würden sich am Karfreitag an die Maßgaben halten.

Der Karfreitag, aber auch der Ostermontag sind normalerweise beliebte Einkaufstage für Deutsche beim niederländischen Nachbarn. Sie in diesem Jahr ausfallen zu lassen, fällt vielen schwer; spätestens an der Grenze werden sie aber erfahren, dass es keine gute Idee war,  sich dennoch auf den Weg zu machen. Die Erfahrungen vom Gründonnerstag werden die Kontrolleure an der Grenze in ihre Entscheidung einfließen lassen, wie sie an den Folgetagen verfahren werden und ob sie die Einreisebedingungen doch noch strenger prüfen werden.

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