Kreis Heinsberg: Frauenberatungsstelle soll noch in 2019 Arbeit aufnehmen

Kreis Heinsberg : Frauenberatungsstelle soll bald Arbeit starten

Die Kreisverwaltung prüft Bewerbungen für die neue Frauenberatung. Ob das Angebot vom Land gefördert wird, ist noch offen.

Noch in diesem Jahr soll im Kreis Heinsberg eine Frauenberatungsstelle eingerichtet werden. Das wurde während der Sitzung des Kreissozialausschusses im Heinsberger Kreishaus deutlich. Sollte es keine Förderung durch das Land geben, rechnet die Verwaltung mit Personalkosten einschließlich anfallender Sach- und Gemeinkosten von rund 100.000 Euro je Vollzeitstelle, die im Haushalt des Kreises Heinsberg zu berücksichtigen wären.

Über die von SPD und Grünen beantragten Einrichtung einer Frauenberatungsstelle im Kreis Heinsberg war monatelang leidenschaftlich debattiert worden. Der Antrag war zunächst, nachdem die Kreisverwaltung lediglich die Fallzahlen der bestehenden Beratungsstelle benannt hatte, mit der Mehrheit der CDU abgelehnt worden. Im Zuge der Diskussion ergab sich jedoch ein neues Bild, da die bestehende Beratungsstelle bei den geschädigten Frauen nicht bekannt war und folglich nicht aufgesucht wurde. Später hieß es von Seiten der Verwaltung, dass die Fallzahlen bezüglich häuslicher Gewalt eine Frauenberatungsstelle im Kreis sinnvoll erscheinen lassen. Außerdem wurde eine Förderung einer solchen Beratungsstelle durch das Land in Aussicht gestellt.

Mittlerweile hat das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) dem Kreis Heinsberg mitgeteilt. dass es eine Konkurrenzsituation bezüglich der möglichen Förderung gibt. Dem MAGS liegen Anfragen aus allen vier bislang nicht mit einer landesgeförderten Frauenberatungsstelle versorgten Kreisen vor. Die Heinsberger Kreisverwaltung geht deshalb vorsichtshalber davon aus, dass seitens des Leistungserbringers keine Landesmittel in Anspruch genommen werden können. Die Verwaltung hat am 18. Juli alle im Kreis Heinsberg tätigen Wohlfahrtsverbände und Einrichtungen – SKF/M Erkelenz, Caritasverband, Lebenshilfe, Diakonisches Werk des Kirchenkreises Jülich, Arbeiterwohlfahrt, Arbeiter-Samariter-Bund, Deusches Rotes Kreuz und Donum Vitae – angeschrieben und gebeten, bis spätestens 6. September ihr Interesse an den Aufgaben der Frauenberatungsstelle zu bekunden. „Es liegen uns Interessensbekundungen vor, mit denen man arbeiten können wird“, berichtete Sozialdezernentin Ritzerfeld im Ausschuss. Die Verwaltung wird in den nächsten Tagen darüber beraten, welcher Bewerber den Zuschlag bekommen wird. Auf Nachfrage von Ilse Lüngen erklärte Daniela Ritzerfeld, dass es bis zur endgültigen Einrichtung der Frauenberatungsstelle keine Versorgungslücke gebe, da das bisherige Angebot bis dahin aufrecht erhalten bleibt. „Ich versichere Ihnen, dass wir die Einrichtung der Frauenberatungsstelle möglichst schnell verwirklichen wollen“, sagte die Sozialdezernentin.

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