Kreis Heinsberg: DRK startet Tag der Blutspende

480.000. Blutspender beim DRK im Kreis Heinsberg : Verlust von Blutspendern stoppen

Das Deutsche Rote Kreuz veranstaltete im Kreis Heinsberg erstmals einen Tag der Blutspende. Daraus soll eine jährliche Aktion werden, um dringend benötigten Nachwuchs zu ermutigen und zu werben.

Mit dem ersten Tag der Blutspende im Kreis Heinsberg, der vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes in Heinsberg organisiert worden war, gingen gleich zwei wichtige Jubiläen einher. Seit Beginn der Blutspende im Kreis Heinsberg im Jahr 1952 fanden insgesamt 4799 Blutspendetermine statt, mit der Veranstaltung in den Räumen der Kreissparkasse Heinsberg durfte nun der 4800. Spendentermin verzeichnet werden. Zeitgleich wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein in der lokalen Blutspendengeschichte erreicht: Das DRK ermittelte den 480.000. Spender im Kreisgebiet.

Um kurz nach elf am Morgen war es amtlich: Die Jubiläumsspenderin heißt Monika Dohmen. „Sie spendete zum ersten Mal in ihrem Leben – so jemanden als Jubiläumsspenderin zu haben, ist wie ein Volltreffer“, stellte Gabriele Hoch, Referentin des Blutspendedienstes, erfreut fest. Monika Dohmens Vorgänger in der Spendenreihe, ihr Mann Michael Dohmen, und ihre Nachfolgerin Lena Kaiser verpassten diesen Titel knapp, erhielten jedoch als 479.999. beziehungsweise 480.001. Spender einen Trostpreis. Auch sie waren beide Erstspender. Das Ehepaar Dohmen hatte sich vorgenommen, sich im neuen Jahr mehr zu engagieren – die Blutspende war ihr erstes Ziel.

Insgesamt beteiligten sich 77 Menschen an der Spendenaktion, zwölf davon waren Erstspender. „Wir sind uns sicher, dass diese Erstspender wiederkommen werden – wenn das erreicht ist, war der Termin ein Erfolg“, sagte Hoch. Zwar hatten die Organisatoren auf eine noch größere Teilnahme gehofft, dennoch sind sie mit dem Ergebnis dieser ersten Veranstaltung zufrieden. Zu den Gästen beim Blutspendentag gehörten unter anderen auch Wolfgang Dieder, Bürgermeister von Heinsberg, und Lothar Terodde, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Heinsberg, die sich selbst an der Blutspende beteiligten und damit ein deutliches Zeichen setzten.

Als „Blutspende mit Aussicht“ bot der Termin in der dritten Etage der Sparkasse einen Blick über die Stadt Heinsberg. Der Schritt, neben beispielsweise Schulen auch andere Orte für Blutspendetermine zu erschließen und so ein neues reizvolles Ambiente zu schaffen, birgt für das DRK die Hoffnung, darüber neue Erstspender anzusprechen und die Hemmschwelle bei noch Unentschlossenen zu senken. Der erste Tag der Blutspende soll nach Wunsch des DRK eine Institution im Kreis Heinsberg werden, gerne weiterhin in Kooperation mit der Kreissparkasse. „Wir möchten künftig mit diesem Blutspendentag in das neue Jahr starten“, erklärte Gabriele Hoch. Die Aktion ist inspiriert vom DRK Mülheim, dessen Mitglieder dort alljährlich einen „Spendenmarathon“ veranstalten.

„Wir mussten im vergangenen Jahr leider einen Rückgang unserer Spender verzeichnen“, bemerkte Hoch. Viele erfahrene Spender, die ihre jährlichen Möglichkeiten zur Blutspende voll ausschöpften, schieden aus Altersgründen aus. Der Wegfall eines routinierten Spenders müsse durch mehrere Neuspender ausgeglichen werden, da diese erst einen Rhythmus für sich finden müssten. So reiche das gesammelte Blut oftmals nicht zur Deckung der benötigten Blutkonserven aus. Da dringend Nachwuchs unter den Spendern gesucht wird, sind Blutspendeaktionen an neuen und spannenden Örtlichkeiten ein Versuch, gerade junge Leute zur Spende zu ermutigen.

Die Erstspender, die den Schritt gewagt haben, seien unsagbar stolz darüber, ihre Angst überwunden zu haben und zu sehen, dass eine Blutspende gar kein Hexenwerk ist. „Wichtig ist es, sich wohlzufühlen – als Erstspender hilft es, in Begleitung einer vertrauten Person zu kommen, die schon etwas erfahrener ist“, rät Gabriele Hoch, die es sich seit 25 Jahren zur Lebensaufgabe macht, die Menschen zur Spende zu animieren. Es sei essentiell, die Staffel an die jüngeren Generationen zu übergeben: „Jede einzelne Blutspende hilft bis zu drei Menschen. Blut ist nicht künstlich herstellbar, daher brauchen wir Menschen, die sich die Zeit zum Helfen nehmen.