Umbau von Haltestellen im Kreis Heinsberg Treffen soll Klarheit in Sachen Barrierefreiheit bringen

Kreis Heinsberg · Der Kreis Heinsberg hinkt beim Umbau von Bushaltestellen hinterher. Ein neuer Nahverkehrsplan soll den Weg dazu eben, möglichst viele Haltestellen umzubauen.

 Der barrierefreie Zugang du den Bussen im Kreis Heinsberg ist stark verbesserungswürdig

Der barrierefreie Zugang du den Bussen im Kreis Heinsberg ist stark verbesserungswürdig

Foto: Ruth Klapproth

Beim barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen, der laut Gesetz bis zu diesem Jahr flächendeckend abgeschlossen sein sollte, hinkt der Kreis Heinsberg gewaltig hinterher. Nach Zahlen aus dem Mai waren gerade einmal 38 von 1600 Bushaltestellen im Kreis barrierefrei und damit behindertengerecht.

In diesem Jahr kommt nun endlich Bewegung in das Thema, ein neuer Nahverkehrsplan des Kreises soll den Weg dazu ebnen, möglichst viele Haltestellen umzubauen. Bei einem Treffen des Arbeitskreises der leitenden Baubeamten am 15. August soll das weitere Vorgehen mit besonderem Blick auf die Barrierefreiheit von Bushaltestellen besprochen werden. Das erklärt der zuständige Dezernent Reinhold Lind von der Kreisverwaltung Heinsberg. „Wir wollen gemeinsam bestimmte Kriterien und Eckpunkte festlegen, um möglichst kreisweit gültige Standards bei der Gestaltung von barrierefreien Haltestellen umsetzen zu können“, sagt Reinhold Lind.

Problematisch: Je nachdem, um welche Art von Straße es sich handelt, sind beim Umbau entweder die jeweilige Kommune, der Kreis oder das Land Baulastträger und damit für einen Umbau verantwortlich. Die Koordinierung ist allerdings Sache des Kreises. Dementsprechend verwundert waren die Vertreter der Kommunen über eine Aussage von Ralf Dick, Planer in der Kreisverwaltung, im Verkehrsausschuss im Mai. Der wiederum hatte sich „verwundert“ gezeigt, „dass die Kommunen jetzt erst mit der Planung beginnen“. Vielerorts laufen solche Pläne schon längst – etwa in Erkelenz, wo im Haushalt für 2022 bereits 150.000 Euro für den barrierefreien Haltestellenausbau eingeplant sind. Entsprechende Förderanträge für die Umbaumaßnahmen können aber erst dann gestellt werden, wenn es ein fertiges Nahverkehrskonzept gibt.

Die Sitzung am 15. August, die nach Angaben der Kreisverwaltung „in enger Abstimmung mit dem Zweckverband Aachener Verkehrsverbund (AVV)“ erfolgt, soll in dieser Hinsicht Klarheit bringen. Dem Arbeitskreis gehören neben Vertretern des Kreises Heinsberg die leitenden Baubeamten der zehn Städte und Gemeinden an. An der Sitzung nimmt zudem ein Vertreter des regionalen Verkehrsunternehmens Westverkehr teil.

Dessen Geschäftsführer Udo Winkens hatte sich im vergangenen Monat, als er mit dem Neun-Euro-Ticket per Bus fuhr und den Dienstwagen abgab, selber davon überzeugt, wie wichtig barrierefreie Haltestellen sind. „Ich habe einige Situationen erlebt, wo es für Fahrgäste mit Rollstuhl oder Rollator sehr schwer war, ein- oder auszusteigen“, sagt Winkens.

Ziel des Kreises ist es zunächst, zumindest in jedem Dorf eine barrierefreie Haltestelle einzurichten, in den Städten entsprechend mehr. Laut Personenbeförderungsgesetz müssen allerdings alle Haltestellen eine vollständige Barrierefreiheit erreichen.

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