Kreis Heinsberg: AWO-Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Sexualität stellt Jahresbericht vor

AWO-Beratungsstelle im Kreis Heinsberg : 178 Frauen im Schwangerschaftskonflikt

Die AWO-Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung und Sexualität hat ihren Jahresbericht vorgestellt. Die Beratungsstelle hat regen Zulauf. Im Jahr 2018 suchten insgesamt 498 Personen Rat.

Seit fast 19 Jahren ist die AWO-Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung und Sexualität in Hückelhoven Ansprechpartner für Einzelne, Familien und Paare. Genauso lange leitet Sozialarbeiterin und Sozialmanagerin Birgit Goertz die Einrichtung. Zusammen mit ihren Kolleginnen Ute Küppers (Sozialpädagogin und Kinderkrankenschwester) und Heike Philippen (Verwaltungskraft) stellte sie den Jahresbericht vor. Die Beratungsstelle hat einen guten Zulauf. 2018 suchten 498 Personen Rat. Schwerpunktmäßig fanden Schwangerenberatungen und Schwangerschaftskonfliktberatungen statt, aber auch nachgehende Beratungen nach Geburt, Fehlgeburt, Totgeburt und Schwangerschaftsabbruch sowie Beratungen zu Empfängnisverhütung und Familienplanung.

„Die vielfältigen Fragen und Problemlagen der Ratsuchenden erfordern ein hohes Maß an Sachkenntnis in den Bereichen psychosoziale Beratung und Sozialrecht“, erklärte Birgit Goertz. Durch Zuzug und Familiennachzug von Flüchtlingen aus Krisenregionen ergeben sich zusätzliche Herausforderungen in der Beratung: „In 74 Beratungsfällen musste dabei ein Sprachmittler eingebunden werden“, so Goertz.

Die Mitarbeiterinnen berieten und begleiteten insgesamt 270 Frauen oder Paare während der Schwangerschaft. Seit der Reform des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes im Jahr 2015 wird dabei zunehmend Beratung zu den Themen Elterngeld (Basiselterngeld/ElterngeldPlus/Partnerschaftsbonus) und Elternzeit nachgefragt. Die dazu Ratsuchenden sind in der Regel berufstätig und gut situiert, denn die Regelungen sind komplex. Viele Frauen wenden sich aber auch an die Beratungsstelle, weil sie hier Mittel aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ für Schwangere in finanziellen Notlagen beantragen können. Hilfen dieser Bundesstiftung werden insbesondere für Schwangerschaftsbekleidung und für die Erst­ausstattung des Kindes bewilligt. Im Jahr 2018 stellten mehr als 200 Frauen einen Antrag auf die Hilfe. Dabei konnten 198 Anträge bewilligt werden.

Es wurden 178 Frauen im Schwangerschaftskonflikt beraten. Die Beratung ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Frau einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung zieht, für den es keine medizinische oder kriminologische Indikation gibt. Die Beratung soll die Schwangere dabei unterstützen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung treffen zu können. Sie erfolgt ergebnisoffen, der Schutz des ungeborenen Lebens steht jedoch immer im Vordergrund. Daher wurden im Jahr 2018 in nahezu allen Beratungen die Themen familienunterstützende Hilfen und sozialrechtliche Ansprüche für Schwangere und Familien aufgegriffen. Wichtige Aspekte der Beratung bilden natürlich auch die Krisen- und Konfliktbearbeitung und die Informationen zu medizinischen, rechtlichen und finanziellen Aspekten eines Schwangerschaftsabbruchs.

(RP)
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