Kreis Heinsberg: Auf dem Weg zur Gigabit-Region

Kreis Heinsberg : Auf dem Weg zur Gigabit-Region

Breitbandkoordinator Michael Eßer wirbt in den Rathäusern der Region für einen kreisweiten Förderantrag, um die Breitbandstruktur ausbauen zu können. Die Resonanz in den zehn Kommunen ist positiv – mit einer Ausnahme.

Beim Ausbau der digitalen Infrastruktur hat der Kreis Heinsberg eine Vorreiterrolle. Der Kreis hat konsequent auf Glasfaser-Technologie (FTTH/B-Modell / Fiber To The Home/ Building) gesetzt, um eine Datenübertragung im Gigabit-Bereich möglich zu machen, und damit erfolgreich einen Weg in die digitale Zukunft bereitet. Der Breitbandatlas des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) lässt erkennen, dass die Dichte der Breitbandverfügbarkeit im Kreis Heinsberg deutlich höher ist als in umliegenden Regionen und sich mit den gegenwärtigen Versorgungszuständen in großen Ballungsgebieten wie Köln, Hamburg oder München messen kann. 54 Prozent aller Gebäude im Kreis Heinsberg sind mit einem schnellen Glasfaser-Anschluss versorgt. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei neun Prozent.

Dennoch gibt es auch im Kreis Heinsberg noch „weiße Flecken“, wie die unterversorgten Adressen genannt werden. An insgesamt 1071 Adresspunkten – das entspricht 1,2 Prozent – gibt es keine Infrastruktur mit einer Datenübertragungsrate von mindestens 30 Mbit pro Sekunde. Im Stadtgebiet von Wegberg beispielsweise liegen 227 unterversorgte Adresspunkte, darunter befinden sich sieben Schulstandorte, die noch nicht am Glasfasernetz angeschlossen sind. Michael Eßer, Breitbandkoordinator des Kreises Heinsberg, der sich mit allen Anliegen rund um das Thema Glasfaser-Ausbau befasst, warb in dieser Woche in den Rathäusern von Wegberg und Wassenberg für einen kreisweiten Antrag zur Infrastrukturförderung. Damit könnten alle „weißen Flecken“ im Kreis Heinsberg abgebaut werden. Jeder Adresspunkt, sowohl Privathaushalte als auch Gewerbe- und Schulstandorte, wird mit Abschluss der kreisweiten Ausbauaktivitäten mit einem Breitbandanschluss versorgt sein, der mindestens 30 Mbit pro Sekunde im Download-Bereich leisten kann.

Zur Unterstützung des Breitbandausbaus stellen Bund und Land mit ihren aktuellen Förderprogrammen Mittel in Milliardenhöhe zur Verfügung. In der aktuellen Förderrichtlinie des Bundes zum Breitbandausbau ist das Ziel formuliert worden, bis 2025 in Deutschland flächendeckende Gigabitnetze zu errichten.Für Städte wie Wegberg, die sich im Haushaltssicherungskonzept befinden, beträgt die Förderung sogar volle 100 Prozent. Die übrigen Kommunen müssen einen Eigen­anteil von zehn Prozent leisten, 50 Prozent übernimmt der Bund, 40 Prozent das Land NRW. Damit sind die Rahmenbedingungen für die Kommunen sehr gut, um nun mit Unterstützung von Fördermitteln den Netzausbau im gesamten Kreis Heinsberg weiter voranzutreiben und alle „weißen Flecken“ abzubauen. Michael Eßer berichtete während der Ratssitzung in Wassenberg, dass die Resonanz in den zehn Kommunen des Kreises Heinsberg grundsätzlich positiv sei und der kreisweite Antrag zur Infrastrukturförderung durch Bund und Land unterstützt werde. „Wir haben neuneinhalb Ja-Stimmen“, sagt Michael Eßer. Einzig in der Gemeinde Gangelt könnte es schwierig werden, da dort lediglich 26 unterversorgte Standorte zu verzeichnen sind, die von dem Programm profitieren würden.

Der Rat der Stadt Wassenberg gab bereits einmütig grünes Licht für die Beteiligung am kreisweiten Antrag zur Infrastrukturförderung. In Wegberg sollen noch die zuständigen Fachausschüsse beteiligt werden, der Rat soll abschließend in der Sitzung am 9. Juli entscheiden.

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