Finanzielle Schieflage Krankenhäuser aus dem Kreis Heinsberg protestieren

Erkelenz · Unter anderem eine Tariferhöhung im kommenden Jahr droht viele Häuser in NRW an ihre Grenzen zu bringen. Auch im Kreis Heinsberg fordern die Verantwortlichen Lösungen.

 Die  Vertreter der Krankenhäuser aus Erkelenz, Heinsberg und Geilenkirchen bei der Demo.

Die Vertreter der Krankenhäuser aus Erkelenz, Heinsberg und Geilenkirchen bei der Demo.

Foto: Hermann-Josef-Krankenhaus

Das Motto „HS be strong“ ist im Kreis Heinsberg aus der heißen Phase der Corona-Pandemie noch bestens bekannt. Zum Protest haben es nun auch die drei Krankenhäuser aus dem Kreis Heinsberg genutzt, als Vertreter in Düsseldorf demonstriert haben. Das Hermann-Josef-Krankenhaus aus Erkelenz, das Städtische Krankenhaus Heinsberg und das St.-Elisabeth-Krankenhaus Geilenkirchen waren mit jeweils 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einem Bus nach Düsseldorf gereist um zu zeigen: Im Gesundheitswesen ist es fünf vor zwölf.

„Die Häuser im Kreis Heinsberg legen sehr viel Wert auf eine angemessene Mitarbeiteranzahl. Daher trifft uns die nicht refinanzierte Tarifrunde im besonderen Maße“, teilten die Leiter der Krankenhäuser im Kreis Heinsberg gemeinsam mit. Die Bundesregierung schaue weiter tatenlos dabei zu, wie Kliniken in immer größerer Zahl in ernste finanzielle Not gerieten. Denn im nächsten Jahr steht auch die vereinbarte Tariferhöhung von mehr als zehn Prozent an. Wenn diese Tariferhöhung nicht refinanziert wird, werden die Krankenhäuser als Säule der Daseinsvorsorge massiv überfordert.

Auch wenn noch keine akute Bestandsgefährdung der Krankenhäuser im Kreis Heinsberg bestehe, drohten in der Folge drastische Versorgungseinschränkungen. Bereits jetzt haben zahlreiche Kliniken in Deutschland massive Probleme, wirtschaftlich zu arbeiten. Die angekündigte Krankenhausreform droht das Problem weiter zu verschärfen.

Die Krankenhäuser fordern von der Bundesregierung die ausreichende und dauerhafte Finanzierung der hohen Inflationskosten und der für das Jahr 2024 beschlossenen Tariferhöhung von rund zehn Prozent. „Bisher weigert sich der Bund aber, seinem gesetzlichen Auftrag zu entsprechen und eine den steigenden Betriebskosten angemessene Vergütung für die Kliniken zu ermöglichen“, teilen die drei Kliniken mit. Sie befürchten: „In der Folge werden immer mehr Krankenhäuser in eine wirtschaftliche Schieflage geraten.“

Zu der Kundgebung hatte die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen aufgerufen, sie fand parallel mit bundesweiten Protestveranstaltungen statt. „Alle Klinik-Geschäftsleitungen stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sie wollen den Beschäftigten die verdiente Tariferhöhung zahlen. Denn damit werden die Wertigkeit ihrer Arbeit und ebenso die Attraktivität der Krankenhäuser als Arbeitgeber unterstrichen. Aber weil den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern das Geld dazu fehlt, bringen sie ihr Krankenhaus und damit viele, viele Arbeitsplätze in Gefahr“, sagte Ingo Morell, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen.

(RP)