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Kommentar zur Kirchen-Krise: Gemeinsamkeit im Kreis Heinsberg gefragt

Kommentar : Wege aus der Kirchenkrise: Gemeinsamkeit ist gefragt

Der „Heute-bei-dir“-Prozess, mit dem Bischof Helmut Dieser zu einer bistumsweiten Diskussion über das künftige Leben in den Gemeinden Geistliche und engagierte Laien eingeladen hat, ist begrüßenswert. Dass es mittelfristig überall (weitere) Strukturveränderungen wird geben müssen, ist allen klar.

Das Heinsberger Regionalteam um Regionalvikar Prost Markus Bruns empfiehlt in seiner Analyse nach der ersten Hälfte des Prozesses zurecht, die Vielfalt katholischen Lebens in der Region Heinsberg zu erhalten und die sozialen Schwerpunkte mit „Leuchtturmcharakter“ zu stärken. Aber auch den sachkundigen Laien, über die Wortgottesdienstgestaltung hinaus, weitere Kompetenzen etwa bei Taufen und Hochzeiten und auch in neuen kooperativen Leitungsstrukturen zu ermöglichen.

Am Ende des Prozess sollen Veränderungen stehen. Wenn nicht nur amtliche Würdenträger, sondern alle Gläubigen Kirche sind, wie oft beschworen, sollten am Ende des Prozesses Entscheidungen von der Bistumsleitung gemeinsam mit den Geistlichen und sachkundigen Laien vor Ort in den Regionen getroffen werden – auf Augenhöhe, wie es so schön heißt. Fatal wäre es, wenn „Heute bei dir“ nur als unverbindliches „Laber-Forum“ in Erinnerung bliebe, nach dem der Bischof dann doch „von oben herab“ die konkreten Entscheidungen trifft.  Als abschreckendes Beispiel ist  Katholiken in der Region die Zwangsfusion der Wassenberger Pfarren unter Bischof Mussinghoff in Erinnerung, die schwerwiegende,  lange nachwirkende Verwerfungen nach sich zog. So etwas darf es – vor allem in Zeiten, wo die Kirche in einer tiefen Glaubwürdigkeitskrise steckt – nicht mehr geben.