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Wegberg: Kleinod am Niederrhein

Wegberg : Kleinod am Niederrhein

Seit sechs Jahren ist Christel Kieven Küsterin in der Heilig Kreuz Kapelle Kipshoven. Sie veranstaltet Führungen für Freunde der Kirchengeschichte. Für sie stellt das gotische Bauwerk ein Kleinod am Niederrhein dar.

Was sucht ein kleines rundes Schweinchen, das einen Dudelsack hält, am kunstvoll mit Blüten und Ranken ausgemalten mittelalterlichen Gewölbe? Diese Frage ist gerechtfertigt, wenn Küsterin Christel Kieven mit ihrem Laserpointer nach oben zeigt und das Tier an seinem versteckten Platz aufspürt. "Wir müssen uns ins Mittelalter versetzen", ist ihre Antwort, "diese mittelalterlichen Drolerien beinhalten alle einen tieferen Sinn."

Bildliche Darstellungen

Das Schwein ist nur eines von vielen dieser bildlichen Darstellungen, welche die Küsterin in ihren Führungen den Besuchern näher bringt. Entsprechend den alten Gebräuchen handele es sich in diesem Fall wohl um ein Festmahl mit Musik, das auf diese Weise im Deckengemälde aus dem Jahr 1522 dargestellt wurde. Die Heilig Kreuz Kapelle sei ein "Kleinod am Niederrhein mit vielen Schätzen" schwärmt die geschichtsbegeisterte Christel Kieven, so sei auch der große zusammenhängende Zyklus von Wappen zur Passion Christi und weiterer Hinweise in diesem Umfang einzigartig. "Hier ist Geschichte geschrieben", bemerkt sie während eines Rundgangs, "die Kapelle ist so interessant, dass man weiter forschen müsste." Bis zum Jahr 1700 gäbe es keinerlei Unterlagen zum Bau, dessen heutiger Chorraum ursprünglich die Burgkapelle der Burg Kipshoven gewesen war – der Erweiterungsbau aus dem Jahr 1492 ist eigentlich als dreischiffige kleine Kirche aufgebaut und übernahm lediglich den Namen der Anfang 1400 erbauten Kapelle.

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Ihr Wissen hatte sie von ihrer Vorgängerin übernommen und selber in Unterlagen und im Internet gelesen oder Hinweise von Besuchern erhalten. Bis zu zwei Stunden würden ihre Führungen dauern, die sie Schulklassen, Gruppen von bis zu 25 Personen und Einzelpersonen anbietet. "Die Voranmeldungen sind dabei wichtig, damit ich mir Zeit nehmen kann", sagt sie, "um alles Wissenswerte verständlich vermitteln zu können und es den Gästen zu ermöglichen, Fragen zu stellen." Ein Thema unter den vielen Entdeckungen, die es für die Besucher in der Kapelle zu machen gibt, wird auf jeden Fall die erwähnte Deckenmalerei in Kalk-Secco-Technik sein, die bei Restaurierungsarbeiten 1968 unter mehreren Farbkalkschichten wieder entdeckt wurden. Sowohl im Mittel- als auch in den beiden Seitenschiffen ist sie zu bewundern, wobei sie ihre leuchtende Farbigkeit zu Teilen einbüßte. Im Vergleich mit 40 Jahre alten Fotos ist gut zu erkennen, dass die Farben verblassten und etwa die Schriftbänder der zwölf Apostel schlechter lesbar sind. "Das Gemälde ist durch den Betrieb der Heizung und Ruß der Kerzen durch aufgewirbelte Partikel verschmutzt", bedauert Christel Kieven, "es müsste von einer Spezialfirma abgewaschen werden, was sehr teuer ist und durch Spenden und die Führungen finanziert werden müsste."

(RP)