Hückelhoven: Kindliche Pfunde abbauen

Hückelhoven: Kindliche Pfunde abbauen

Das Projekt "Schwer mobil" bietet Bewegung, Spiel und Sport für übergewichtige Kinder. Für ein Familienfest wurde die Sporthalle am Glück-Auf-Stadion in eine riesige Bewegungslandschaft verwandelt.

Blumenkohl und Erbsen findet er inzwischen richtig klasse. Das war aber nicht immer so. Andreas London ist zwölf. Wie seine Geschwister will er gern ein paar überflüssige Pfunde loswerden. Der Gerderather Schüler macht seit September zusammen mit seiner Schwester Anja (acht Jahre) und dem 15-jährigen Bruder Stefan mit bei "Schwer mobil", einem Projekt für übergewichtige Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 Jahren.

NRW-Innenministerium und die Sportjugend im Landessportbund haben dafür die Vereine vor Ort begeistert. Mit dem ASV Rurtal aus Hückelhoven, dem TV Erkelenz, dem TuS Birgden und dem Geilenkirchener Budo-Sportclub wurden Kooperationspartner gefunden, deren Übungsleiter dafür eine Spezialausbildung absolvierten.

Eltern einbinden

Zum großen Familien-Sportfest, das für das Projekt werben soll, haben die drei Geschwister auch ihre Mutter Sigrid London (47) mitgebracht in die neue Sporthalle am Glück-Auf-Stadion. Rund 70 Mädchen und Jungen und ihre Eltern nehmen am Sportfest teil. Annegret Steingießer aus Erkelenz koordiniert die vier "Schwer mobil"-Projektgruppen im Kreis Heinsberg. Sie findet es wichtig, die Eltern einzubinden. Sigrid London hat an einem Kochkursus für die Mütter und Väter teilgenommen. "Die Kinder durften in der Zeit schwimmen", erläutert die Mutter aus Gerderath, die durch die Rheinische Post von dem neuartigen Kursangebot erfuhr.

Zweimal pro Woche bringt sie ihre drei Sprösslinge nun in die Turnhalle am Erkelenzer Cusanus-Gymnasium. Hier sagen Anja, Andreas und Stefan zusammen mit den anderen Kindern und Jugendlichen dem Übergewicht den Kampf an. Man merkt: Die Geschwister haben sichtlich Spaß an den Aktivitäten. Beim Familien-Sportfest probieren sie nun die Rutschbahn aus, hangeln an Ringen. "Alles ist absolut freiwillig", erklärt "Schwer mobil"-Koordinatorin Annegret Steingießer.

Die kleinen Teilnehmer dürfen auch die große Kletterwand ausprobieren. "Ich möchte die Eltern aus der Reserve locken und sie in die Spielmöglichkeiten integrieren", sagt Steingießer. Sie freut sich: "Die meisten machen mit." Aus Holzkästen wird eine symbolische Ernährungspyramide aufgebaut, die nach oben immer schmaler wird. Oben sind nämlich die Süßigkeiten. "Davon sollte möglichst wenig gegessen werden", erläutert die Projekt-Koordinatorin. In der Mittagspause der Kennenlernaktion tischen Roswitha Hirche und Gudrun Knappe-Bonus den Teilnehmern gesunde Leckereien auf. Die beiden Ernährungsberaterinnen servieren dunkle Vollkornbrötchen, Äpfel, Paprika und Tomaten.

(RP)