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Keine Engpässe bei Weihnachtsbäumen trotz Hitze und Trockenheit

Gesunde Weihnachtsbäume : Weihnachtsbäume trotzen der Dürre

Das Jahr 2018 war von einer langen und warmen Trockenzeit geprägt. Wie hat sich dieses Klima auf die Weihnachtsbäume ausgewirkt? Experten aus der Region haben beruhigende Antworten.

Alle Jahre wieder: Der Wunsch nach einer weißen Weihnacht kommt auf. Leise rieselt der Schnee, jedenfalls im Lied, in der Realität rieselt allenfalls der Weihnachtsbaum nach langen stillen Nächten im gut geheizten Wohnzimmer. Doch ehe die schmucke Nordmanntanne, die als beliebtester Weihnachtsbaum unter deutschen Dächern gilt, ein nadelloses, tristes Ende findet, vergehen noch einige Wochen.

Derzeit denken viele Menschen in Vorfreude auf das Fest daran, sich einen saftig grünen, herzhaft riechenden, stattlichen „Tannenbaum“ ins Haus zu holen. Die Besorgnis, dass angesichts der außerordentlichen Trockenzeit von Frühjahr bis Herbst auf den Weihnachtsschmuck verzichtet werden müsste, ist unbegründet. „Natürlich gibt es Weihnachtsbäume in großer Zahl und in jeder Größe“, beschwichtigt Daniel Morjan von der Baumschule Morjan in Grambusch. Der Betrieb selbst zieht keine eigenen Bäume. „Wir bekommen unsere Nordmanntannen aus der näheren und weiteren Umgebung.“ Die guten Lößböden der Erkelenzer Börde werden für die Schulung und die Aufzucht anderer Bäume und Büsche sowie Blumen und Pflanzen genutzt.

Es könnte allenfalls sein, dass in diesem Jahr die Nordmanntannen nicht die erwartete Größe haben. „Der übliche Wachstumsschub im Frühjahr ist ausgeblieben,“ stellt Morjan fest. Die Trockenheit der vergangenen Monate ist auch ein Grund, weshalb der Verkauf der Weihnachtsbäume etwas später eingesetzt hat als in den Vorjahren. Auf die Preisgestaltung hätte die Dürreperiode keinen Einfluss, schätzt er. „Wir sind ein paar Tage später gestartet, um die Bäume möglichst frisch anzubieten, und achten auf Ware, die nicht schon vor 14 Tagen geschlagen wurde.

Der Tipp an alle stolzen Erwerber einer Nordmanntanne: „Der Baum muss wie eine Schnittblume behandelt werden: frisch anschneiden und ins Wasser setzen.“ Den Weihnachtsbaum möglichst lange im Freien an einem windgeschützten Platz in einem Eimer Wasser stellen. Wenn es möglich ist, ihn hin und wieder mit Wasser einsprühen. Zwei Tage vor dem Aufstellen unter ein Dach oder in die Garage zum Trocknen stellen. In einem mit Wasser gefüllten Weihnachtsbaumständer hält ein Baum länger frisch. „Ein Frischhaltemittel wie etwa ein Blumenfrischhaltemittel oder ein Esslöffel Zucker schadet nicht, hat aber auch keinen großen Nutzen.“

Aber es muss nicht immer die Nordmanntanne sein, die als weihnachtlicher Wohnzimmerschmuck dient. Groß im Trend ist die Korktanne. „Mit ihrem Zitronenduft verbreitet sie im Zimmer einen angenehmen Weihnachtsduft“, schwärmt Sofia Paulsen vom Garten- und Landschaftsbaubetrieb Paulsen in Merbeck. Fast schon seit 50 Jahren werden in dem Unternehmen Nordmanntannen für das Weihnachtsfest gezogen. Seit zehn Jahren ist die Korktanne mit ihren stahlblauen, weichen Nadeln als „schlanke“ Variante eines Weihnachtsbaums hinzugekommen. Der Gartenbaubetrieb aus Merbeck gehörte zu den ersten, die diese Tanne angeboten haben. „Als das Fernsehen sie vor ein paar Jahren vorstellen wollte, sind sie zu uns nach Merbeck gekommen, weil sie den Baum nirgendwo sonst finden konnten“, sagt Paulsen. Der diesjährige trockene Sommer habe keine Auswirkungen auf die großen Tannen gehabt. Nur bei den Jungpflanzen habe es einige Ausfälle gegeben, die aber durch Nachpflanzungen behoben werden können, meint Karlheinz Paulsen. Am Samstag erwartet der Betrieb den ersten großen Ansturm, wenn viele Kunden kommen, um auf der Schonung ihren eigenen Baum zu schlagen oder sie sich einen Baum aussuchen, der dann vor ihren Augen gefällt wird. Natürlich gibt es auch zur Mitnahme bereitstehende Bäume. Wer es ganz groß haben will und etwa eine vier Meter hohe Nordmanntanne „frisch vom Feld“ haben will, der kann an einer zweiten Schonung fündig werden. Wie dem auch sei: Bald duftet es im heimischen Wohnzimmer, entweder nach einer womöglich etwas zu klein geratenen Nordmanntanne oder nach frischer Zitrone.