Wegberg: Jugend zum Gespräch bereit

Wegberg: Jugend zum Gespräch bereit

Bürger aus Beeck beschweren sich über Vandalismus und Lärmbelästigungen durch Jugendliche. Grundschule, Kirchplatz und der Weiher sind die Brennpunkte. Die jungen Leuten signalisieren Gesprächsbereitschaft. Am 20. April ist ein Treffen geplant.

Kaum ein Thema bewegt die Gemüter in Beeck derzeit mehr als auffällige Jugendliche an Schule, Kirchplatz und Weiher. Bei der jüngsten Dorfversammlung berichteten Bürger von Ruhestörungen und Vandalismus und diskutierten mit der Verwaltung über Problemlösungen. Erfreuliche Signale kommen von den Jugendlichen selbst. Sie wollen sich im April mit Mitgliedern des Dorfausschusses zum Gespräch treffen.

Aufgebrachte Anwohner

Im Gespräch mit Bürgermeister Reinhold Pillich und Birgit Foitzik, Sozialarbeiterin der Stadt, sprachen Anwohner der momentanen Brennpunkte, der Gemeinschaftsgrundschule "Am Beeckbach" und des Kirchplatzes, von Teils massiven Belästigungen durch jugendliche Störer. Lautes nächtliches Motorengeknatter von Mofas, deren Schalldämpfer entfernt wurden, wummernde Musik aus Ghettoblastern, verkratze Autos und Fahrräder und Drogentütchen an der Grundschule nannten die Anwohner. Wer den Mund aufmache, werde angepöbelt. "Wir werden verhöhnt", sagte eine aufgebrachte Anwohnerin. Klaus-Peter Lohmann, als Polizeihauptkommissar zuständig für Beeck, setzte die Delikte ins Verhältnis.

2009 habe es zwölf Delikte an der Grundschule sowie vier Fahrraddiebstähle und sechs Sachbeschädigungen am Kirchplatz gegeben. Ob die Jugendlichen an allen beteiligt waren, zog er in Zweifel. 82 Delikte habe es 2009 in ganz Beeck gegeben. Man dürfe die Jugendlichen nicht alle in einen Topf werfen, gab Foitzik zu bedenken. Von der rund 40-köpfigen Gruppe seien etwa 80 Prozent friedlich, schätzte sie. Unter diesen gebe es nun Anzeichen für Gesprächsbereitschaft, denn sie wollten weder in Verruf geraten noch, dass sich Erwachsene vor ihnen ängstigen.

Am 20. April wollen sie sich dem Dorfausschuss vorstellen und über die Situation reden. "Rund 20 Prozent von ihnen ist das aber egal", betonte Foitzik. Die Stadt nehme diese Situation sehr ernst, sagte Pillich. Verschiedene Maßnahmen seien derzeit in Planung. So seien im Haushalt Gelder für eine offene Jugendhilfe und eine Anlaufstelle bereitgestellt. Man müsse dafür jedoch noch ein Gebäude finden. Außerdem wolle er eine bauliche Nische an der Grundschule, ein wohl möglicher Treffpunkt für Drogenverkäufe, baulich entschärfen.

Skaterplatz als Treffpunkt

Gleichzeitig habe Foitzik mit den Jugendlichen vereinbart, künftig den freier gelegenen Skaterplatz bei Gerichhausen als Treffpunkt zu nutzen. Die Stadt wolle einen Ausgleich zwischen dem Recht persönlicher Entfaltung der Jugendlichen und den Rechten der Anwohner finden.

Bericht der Sozialarbeiterin unter www.rp-online.de/erkelenz

(RP)