Erkelenz: Integration durch Arbeit

Erkelenz: Integration durch Arbeit

Arbeitsvermittler bringen Firmen und geflüchtete Menschen, die im Kreis Heinsberg leben, zusammen und berichten von ersten Erfolgen.

Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea, Nigeria, Somalia - die Liste der Herkunftsländer von Geflüchteten ist lang, die bisher erworbenen Deutschkenntnisse sind unterschiedlich und die beruflichen Vorkenntnisse reichen von Null bis annähernd Facharbeiterniveau, berichtet die Agentur für Arbeit nach einer Zusammenkunft von 15 Arbeitgebern und 60 geflüchteten Menschen, die im Kreis Heinsberg leben. Der Wunsch dieser Menschen sei jedoch oftmals der gleiche, heißt es weiter: den Einstieg in ein Berufsleben in Deutschland zu finden. Um diesen wichtigen Schritt zur Integration gehen zu können, hatten der gemeinsame Arbeitgeber-Service sowie der Integration Point von Agentur für Arbeit und Jobcenter das zweistündige Treffen in Heinsberg organisiert.

"Unzureichende Deutschkenntnisse erschweren oftmals die Integration in den Arbeitsmarkt. Denn auch für Tätigkeiten im Helferbereich, wie sie bei diesem Treffen überwiegend angeboten werden, sind Sprachkenntnisse erforderlich", erklärte Axel Köhnke, Teamleiter des Integration Point der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, anschließend in einer Pressemitteilung. "Mit ein wenig Pragmatismus und Geduld lassen sich aber solche Startschwierigkeiten oft meistern." Da sei beispielsweise der motivierte und handwerklich geschickte junge Mann aus dem Irak, dessen Deutsch eigentlich noch nicht ausreiche für den Job: "In der interessierten Firma arbeitet indes bereits ein Iraker mit Deutschkenntnissen, der für den Anfang erklären, übersetzen und begleiten kann - ein Praktikum wird nun zeigen, ob das funktioniert."

Firmenvertreter führten mit den Geflüchteten, die sich darauf in Workshops intensiv vorbereitet hatten, bei dem Treffen zunächst Informations- und Kennenlerngespräche. Gemeinsames Ziel dabei war es, Wege zu finden, in Zukunft miteinander zu arbeiten. "Beim heutigen Treffen können Perspektiven entstehen, mit denen Arbeitgeber auf die lange Sicht durchaus Fachkräfte entwickeln können", erklärte Volker Eßer, Teamleiter des gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters im Kreis Heinsberg, und verwies auf zahlreiche Instrumente und Fördermöglichkeiten insbesondere zur Weiterbildung und Qualifizierung von Beschäftigten. Wie solche gemeinsamen Wege aussehen könnten, beschrieb die Arbeitsagentur nach der Zusammenkunft an einem Beispiel: "So unterschiedlich wie die Deutschkenntnisse sind auch die beruflichen Erfahrungen und Werdegänge der Bewerber. In der Regel passen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nicht eins zu eins zu Stellenanforderungen. Auch hier kann nur der ,lange Weg' zum Ziel führen. Der Elektriker aus Afghanistan wird nicht gleich als Spezialist für technisches Automobilzubehör beim Erkelenzer Unternehmen acv GmbH einsteigen können. Aber: Vereinbart hat die Personalverantwortliche Kirsten Klüh mit ihm ein näheres Kennenlernen und einen eventuellen Start erst einmal als Mitarbeiter in der Montage oder im Versand. Wenn es ,passt', kann eine gute Perspektive für beide daraus entstehen, Qualifizierung und Weiterbildung - auch mit Hilfe der Agentur für Arbeit - inklusive." Am Ende des Treffens sei außerdem bei einem Unternehmen eine erste Einstellung in Vollzeit erfolgt.

(spe)