24-Stunden-Blitzmarathon: In drei Fällen war der Führerschein weg

24-Stunden-Blitzmarathon : In drei Fällen war der Führerschein weg

Beim dritten 24-Stunden-Blitzmarathon haben die Polizisten im Kreis Heinsberg mit den Kollegen aus den Niederlanden zusammengearbeitet und verstärkt die Grenzübergänge kontrolliert. Für drei Autofahrer ging es ohne Führerschein nach Hause.

Auf der L 117 in Richtung Hückelhoven hat die Polizei ein großes Schild positioniert. "Wir sind es Leid" steht in großen Lettern darauf. Im Bild sieht man einen schlimmen Verkehrsunfall. Die Unfallstatistik der Polizei im Kreis Heinsberg bestätigt die Notwendigkeit einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Landstraße 117 - auf der in weiten Teilen Tempo 70 erlaubt ist.

Dass das Bewusstsein der Autofahrer für das richtige Tempo an diesem Aktions-Tag besonders geschärft ist, zeigt die Zwischenbilanz des dritten 24-Stunden-Blitzmarathons. 1113 Fahrzeuge wurden von sechs bis 14 Uhr im Kreisgebiet kontrolliert. Auf deutscher Seite mussten 36 Autofahrer ein Verwarn- oder Bußgeld wege Geschwindigkeitsübertretungen zahlen. Spitzenreiter ist an diesem Tag ein Autofahrer, der innerhalb einer geschlossenen Ortschaft mit 68 km/h unterwegs war. Außerdem ein Autofahrer, der in einer "70er Zone" mit einer Geschwindigkeit von 102 Kilometern pro Stunde erfasst wurde.

Auffällig ist an diesem Tag auch die Solidarität unter den Autofahrern. Mehr als 1,5 Kilometer vor der Kontrollstelle auf einem Kreisverkehr an der L 117 werden Fahrzeuge mit Lichthupe vor der Radarkontrolle gewarnt. Das könnte die Polizei mit zehn Euro Verwarngeld tadeln, denn erlaubt ist die nett gemeinte Geste keinesfalls.
Auf der niederländischen Seite - nur wenige Hundert Meter von der Messstelle an der L 117 entfernt - gab es am Mittwochvormittag gleich drei Ausreißer. Sie waren statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde gleich doppelt so schnell unterwegs. "An dieser Stelle ist sonst Tempo 80. Da dort heute aber Mäharbeiten stattfinden, wurde die Geschwindigkeit auf 50 km/h reduziert", erklärt Geert Peeters von der niederländischen Polizei. "Die Autos rasen da nur so an den Arbeitern vorbei, einer sogar mit 114 Kilometern pro Stunde", erklärt der Polizist empört. Innerhalb kürzester Zeit wurden 18 Autofahrer auf dem Weg von Roermond in Richtung Deutschland angehalten. Fünf Protokolle gab es wegen Fahrens ohne Gurt oder unerlaubten Überholmanövern.

Auf deutscher Seite hat es Günther (53) aus Lövenich erwischt. In seinem grauen Opel Corsa war er mit 88 Kilometern pro Stunde abzüglich der Toleranz 15 km/h zu schnell. Das macht 20 Euro Verwarngeld, die ihm das geplante Einkaufsschnäppchen etwas vermiesen. "Ich bin auf dem Weg in die Niederlande, um dort Kaffee zu kaufen. Der ist dort nämlich viel günstiger, als bei uns", erklärt der 53-Jährige. Trösten kann ihn Polizist Geert Peeters. Denn wäre er in den Niederlanden mit demselben Tempo geblitzt worden, hätte er 117 Euro zahlen müssen. Sichtlich geschockt setzt der 53-Jährige daraufhin seine Fahrt ins Nachbarland fort. Wenig begeistert ist auch Erich L. (51) aus Hückelhoven. An seinem freien Tag hatte er eine Motorradtour entlang der Maas unternehmen wollen. Nach einem Überholmanöver erreicht er aber eine Geschwindigkeit von 97 Kilometern pro Stunde. Zu viel auf der L 117, wo 70 km/h erlaubt sind. Die 35 Euro Bußgeld ärgern ihn zwar, dennoch hat er Verständnis für die Tempokontrollen.

Das Fazit von Karl-Heinz Frenken fällt am Mittwoch positiv aus: "Die Verkehrsteilnehmer sollen die regelmäßigen Kontrollen wahrnehmen und ihr Fahrverhalten so dauerhaft anpassen." Die Kontrollen im Kreis Heinsberg dauern bis Donnerstagmorgen um 6 Uhr.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kontrollen am deutsch-niederländischen Grenzübergang im Kreis Heinsberg

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