Wegberg : Heiraten im Kloster

In das leerstehende Wegberger Kloster kehrt bald wieder Leben ein: Eine Musikschule, mehrere Künstler, eine Geschichtswerkstatt der Pfadfinder und das Standesamt sollen dort einziehen. Der Rat gab grünes Licht.

Der Gang zum Makler bleibt der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul erspart: Die Stadt Wegberg und eine Musikschule werden den linken und mittleren Gebäudeteil des Wegberger Klosters von der Kirchengemeinde mieten. Das zweigeschossige, dreiflügelige Baudenkmal soll künftig eine Musikschule, das Standes- und Friedhofsamt, mehrere Künstlerateliers sowie eine Geschichtswerkstatt der Pfadfinder von St. Titus beherbergen.

Für das entsprechende Nutzungskonzept gab der Rat grünes Licht. „Dieser Beschluss freut uns sehr“, sagte Joseph Grün vom Kirchenvorstand gestern. Erst vor wenigen Tagen hatte er angekündigt, dass die Kirchengemeinde Anfang November einen Makler einschalten muss, um endlich zu einem Mietvertrag für das 860 Quadratmeter große Kloster zu kommen.

Die Stadtverwaltung hatte zuletzt unterschiedliche Vorschläge erarbeitet. Diese sahen vor, dass eine oder mehrere Fraktionen ins Kloster einziehen sollen. Grün blieb skeptisch, weil er diese Lösung für nicht mehrheitsfähig hielt.

Tanz und Gesang

Über die nun vom Rat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossene Lösung informierte Bürgermeisterin Hedwig Klein. Demnach ist das Vorhaben, die Fraktionen im Kloster unterzubringen, vom Tisch. Der linke Gebäudeflügel (vom Rathaus aus gesehen) ist sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss für die Musikschule vorgesehen. Dort sollen Musical-Tanz- und Gesangskurse angeboten werden. Das Standesamt soll aus den Räumen der Burg Wegberg ins Kloster umziehen. Das Trauzimmer wird in der Nähe des Eingangs im Erdgeschoss eingerichtet. Für das Archiv von Standes- und Friedhofsamt sind Räume im Obergeschoss des mittleren Gebäudetraktes reserviert. Auch ein Besprechungsraum soll dort eingerichtet werden.

Als Ateliers dienen künftig elf je zehn Quadratmeter große Räume im Dachgeschoss (Künstleretage). Die Pfadfindergeschichtswerkstatt wird nach Angaben der Verwaltung im Untergeschoss des linken Gebäudeteils eingerichtet und besitzt einen eigenen Zugang.

Was die Kirchengemeinde besonders freut: Nach mehreren gescheiterten Versuchen seien „nun endlich solvente Partner gefunden“ (Grün). Auch vertrügen sich Kunst und Musik bestens mit der jahrhundertelangen Nutzung des Baudenkmals als Kloster. Die Mietverträge, die nun ausgearbeitet und unterschrieben werden sollen, werden laut Grün Laufzeiten von deutlich mehr als zehn Jahren haben.

Der Kirchenvorstand trifft sich am Dienstag zu einer Sondersitzung, um grünes Licht für das Nutzungskonzept zu geben. Auch das Bistum Aachen muss noch zustimmen. Laut Grün könnte die Musikschule Anfang 2008 ins Kloster einziehen.

(RP)