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Heinsberger Landrat Stephan Pusch: „Haben das Schlimmste überstanden“

Heinsberger Landrat Pusch über Corona : „Wir haben das Schlimmste überstanden“

Landrat Stephan Pusch kommt in neuem Buch zum Corona-Jahr 2020 zu Wort. Für die Zukunft ist er zuversichtlich gestimmt. Er glaubt nicht an eine weitere Welle.

(RP) Seit dem Frühjahr 2020 wird die Menschheit mit der Bedrohung durch ein zuvor völlig unbekanntes Virus konfrontiert. Der Aachener Journalist und Autor Gerd Felder hat für ein Buch mit dem Titel „Unser Corona-Jahr“ 30 prominente und weniger prominente Menschen aus dem Rheinland zu ihren persönlichen Eindrücken, Erlebnissen und Herausforderungen während der Corona-Pandemie befragt. Darunter ist auch der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, dem Felder jetzt das kürzlich erschienene Buch überreichte. 

Dabei gab Pusch sich im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie optimistisch. „Wir haben das Schlimmste überstanden, und ich bin zuversichtlich, dass wir keine weitere Welle erleben werden“, erklärte der Landrat. „Wir müssen jetzt konstruktiv an die Sache herangehen, die Ärmel hochkrempeln und das soziale Miteinander stärken.“ Besonders Kindern und Jugendlichen, die unter den staatlichen Einschränkungen, etwa durch die Notbremse,  stark gelitten hätten, müsse man helfen, wieder in eine soziale Normalität hineinzukommen. Die nachhaltigen Schäden, die bei ihnen hervorgerufen worden seien, würden bedauerlicherweise in keiner Krisen-Bilanz aufgeführt, so Pusch.

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„Mit diesem Buch wollte und will ich all denen, die unter Corona gelitten haben oder leiden, und denen, die sich für sie einsetzen und um sie kümmern, ein kleines Denkmal setzen“, unterstrich Felder bei der Überreichung an Pusch. „Ihre Schicksale müssen uns alle interessieren.“ Ähnlich einem Tagebuch der vergangenen Monate spiegeln die 20 Interviews und zehn Portraits den Wissens-, Erkenntnis- und Erlebnis-Stand im jeweiligen Moment der Corona-Pandemie wider. Die Bandbreite der Befragten reicht dabei von einem der Erstinfizierten aus Gangelt über die Kulturschaffenden, die wirtschaftlich unter der Krise leiden, und die „Held(inn)en des Alltags“ in Alten- und Krankenpflege, Supermarkt, Schule, Kita und Intensivmedizin bis hin zu Wissenschaftlern und Experten, die neue, tiefer reichende Einsichten über die Pandemie vermitteln. „Die große Politik schürt manchmal Erwartungshaltungen, die wir vor Ort ausbaden müssen und die Lage noch schlimmer machen“, hob Pusch bei der Buchüberreichung hervor. „Aber im Moment nutzt es nichts, Kritik zu üben, sondern wir müssen dafür sorgen, dass die Gesellschaft aufbrechende Konflikte und Spannungen aushält.“ 

Pusch und Felder stimmten am Ende ihrer Begegnung in der Heinsberger Kreisverwaltung überein, dass aktuell aufbrechende Spannungen in der Gesellschaft bekämpft und die Gemeinsamkeiten stärker betont werden müssten.  „Hoffentlich kommt das Buch als Appell rüber, auch nach Corona den Zusammenhalt zu wahren und Solidarität zu üben“, mahnte Felder.