Heinsberg: Kreistag zieht finanzielle Bilanz unter 2018. Statt Minus großer Überschuss.

Beschlüsse des Heinsberger Kreistages : Wirtschaftsförderung wird personell verstärkt

Kreis Heinsberg schließt Haushalt 2018 mit sattem Plus ab.

Die funkelnagelneue Mikrofonanlage, deren Funktionalität Kreisrechtsdirektor Philipp Schneider ausführlich erläuterte, kam bei der jüngsten Sitzung des Kreistags im Heinsberger Kreishaus nicht zum Einsatz. Einstimmig und ohne Diskussion nickten die Kreistagsmitglieder die von Landrat Stephan Pusch vorgelegten Beschlüsse ab.

So wird etwa der Überschuss der differenzierten Kreisumlage, von der nur einige Kommunen betroffen sind, entsprechend ihre Beteiligung zurückerstattet, was insbesondere die Kreisstadt Heinsberg freut. Sie zahlt den Hauptanteil für den Betrieb des Kreisgymnasiums und erhält entsprechend viel zurück. Ein dicker Posten macht das Kreisjugendamt aus, das rund 762.000 Euro weniger in diesem Jahr benötigt.

Nicht nur die differenzierte Kreisumlage bringt ein für die Kommunen erfreuliches Ergebnis. Auch der Kreisetat für 2018 weist positive Zahlen aus. Es bleibt nach dem Entwurf des Jahresabschlusses, den der Kreistag zur Kontrolle an den Rechnungsprüfungsausschuss weiterleitete, ein Überschuss von rund 3,1 Millionen Euro. Statt eines prognostizierten Minus’ von rund 2,8 Millionen gab es ein Plus von rund 5,9 Millionen Euro. Über die Verwendung des Überschusses machte Pusch bei dieser Kreistagssitzung keine Angaben.

Geld nimmt der Kreis Heinbserg in die Hand, um für die anstehenden Aufgaben wegen des Strukturwandels bezüglich der Braunkohlenutzung in der Region gewappnet zu sein. Dem durch den Tagebau Garzweiler II vom Strukturwandel direkt betroffenen Kreis wird es ermöglicht, dank der weitreichenden Fördermittel aus dem Strukturfond gemeinsam mit den Kommunen und den Unternehmen vor Ort „innovationsorientierte Projekte zu entwickeln und zukunftsorientiere Initiativen auf den Weg zu bringen“, erklärte Pusch in einer Mitteilung. Der Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg mit Pusch als Vorsitzendem habe deshalb die Geschäftsführung ermächtigt, personelle Maßnahmen zu ergreifen, damit die Herausforderungen im Strukturwandelprozess professionell wahrgenommen werden können. Für 2020 sollen deshalb der WFG zusätzlich 250.000 Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung gestellt werden.

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