Heimatzeugnis für Begas Haus Heinsberg Digitales Museum künftig im Klassenraum

Heinsberg · Das erste Heimatzeugnis für 2019 hat die Bezirksregierung Köln an das Museum Begas in Heinsberg für ein Projekt zur Digitalisierung von Objekten und Präsentation über eine Medienstation im Museum sowie im Internet vergeben.

 Wolfgang Dieder, Bürgermeister von Heinsberg, stellte das Projekt mit Friedhelm Bongartz (Prospex gGmbH), Richard Jochims (Anton-Heinen-Volkshochschule und ehemaliger Mitarbeiter des Kreismuseums), Anna Petra Thomas (Vorsitzende des Heimatvereins der Heinsberger Lande), Rita Müllejans-Dickmann (Leiterin des Begas Hauses) und Landrat Stephan Pusch vor.

Wolfgang Dieder, Bürgermeister von Heinsberg, stellte das Projekt mit Friedhelm Bongartz (Prospex gGmbH), Richard Jochims (Anton-Heinen-Volkshochschule und ehemaliger Mitarbeiter des Kreismuseums), Anna Petra Thomas (Vorsitzende des Heimatvereins der Heinsberger Lande), Rita Müllejans-Dickmann (Leiterin des Begas Hauses) und Landrat Stephan Pusch vor.

Foto: Renate Resch

Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hat ein Projekt des Begas Hauses in Heinsberg mit einem Heimatzeugnis gefördert. Bewilligt worden ist ein Investitionsvolumen von knapp 98.000 Euro, das 90 Prozent der erwarteten Kosten decken wird. Jetzt kann das Vorhaben umgesetzt werden.

Seit dem Umbau des Kreisheimatmuseums in das Begas Haus in den Jahren zwischen 2010 und 2014 können aus Platzgründen etwa 5000 Objekte momentan nicht gezeigt werden und liegen eingelagert in der gemeinnützigen Prospex gGmbH in Heinsberg-Oberbruch. Mithilfe neuer technischer Möglichkeiten der digitalen Präsentation kann nun Abhilfe geschaffen werden. Es entstand zunächst die Idee und dann ein Konzept, alle eingelagerten Objekte zu fotografieren, zu dokumentieren und zu beschreiben sowie systematisch zu lagern, um sie danach in digitaler Form mit einer passenden Museums-Software allen Interessierten zugänglich zu machen. Damit kann der gesamte Bestand in dreidimensonaler Weise katalogisiert und künftig der Öffentlichkeit präsentiert werden.

„Fast das gesamte Außendepot des Museums, welches durch das Kreismuseum Geilenkirchen und Kreismuseum Heinsberg zusammengeflossen ist, wird bei Prospex gelagert. Dort soll nun die Digitalisierung stattfinden“, erklärt Rita Müllejans-Dickmann, Leiterin des Museums Begas Haus. „Im Grunde ist es für uns eine Neuinventarisierung des gesamten Bestandes auf digitaler Art und Weise – weg vom Zettelkasten mit Karteikarten“, beschreibt die Museumsleiterin. Vielen Besuchern fehlt momentan der Heimataspekt im Museum, sie würden gern mehr heimatgeschichtliche Dinge sehen. Im Bestand sind überwiegend Gegenstände, welche von Bürgern ins Museum gegeben wurden. Sie werden im Zuge der Digitalisierung zwar nicht haptisch, doch zumindest digital wieder zu sehen sein. „Es ist eine super heterogene Sammlung“, beschreibt sie. Diese reicht vom jungsteinzeitlichen Prunkbeil über Bodenfliesen aus der gotischen Kirche St. Gangolf bis hin zu neuzeitlichen Gegenständen wie Biedermeiervasen oder Tischuhren. Ebenso sind Möbel sowie handwerkliches Gerät aus allen Gewerken der früheren Zeit erfasst. „Der Gesamtbestand wird später in einer Medienstation im Museum sichtbar sein und auch als Katalog auf der Internetseite des Begas Hauses zu sehen sein.“

Anna Petra Thomas, Vorsitzende des Heimatvereins der Heinsberger Lande, beschreibt den Vorteil des Museums, das in naher Zukunft von jedem Ort aus besucht werden kann: „Die Lehrer können mit ihren Schülern künftig im Sachkundeunterricht in der Schule sozusagen ins Museum gehen.“ Es liegt auch im Bestreben der Museumsleitung, die noch bei vielen Menschen vorhandenen Schwellenängste in Bezug auf das eher kunsthistorisch aufgestellte Haus abzubauen. „Wir sind ein Museum für Kunst- und Heimatgeschichte“, betont Landrat Stephan Pusch, der auch Vorsitzender des Trägervereins Museum Heinsberg ist. Der frühere vertraute Zugang zu den Objekten des ehemaligen Heimatmuseums soll durch diesen neuartigen Katalog wiederhergestellt werden.

In den nächsten drei Jahren wird bei der Prospex gGmbH, einer Firma für psychisch erkrankte Menschen, welche größtenteils Dokumente archiviert und dokumentiert, auch für das Begas Haus das Archiv aufgebaut und katalogisiert. Entsprechend des Fortschrittes werden die Ergebnisse stufenweise der Öffentlichkeit vorgestellt werden.