Wassenberg: Heimatfreund und Weltmann

Wassenberg: Heimatfreund und Weltmann

Generalapotheker Hanns Heidemanns wird heute 80 Jahre. Die Energie des Wassenberger Ehrenbürgers ist ungebrochen, seine Sorge gilt der Zukunft des historischen Stadtkerns.

Ehrenbürger Hanns Heidemanns wird heute 80 Jahre, fit wie ein Turnschuh und engergiegeladen wie eh und je. Er wünscht sich für die kommenden Jahre nichts als Gesundheit, „denn ich habe ein erfülltes Leben hinter mir und hoffe, es noch eine Weile so aktiv durchhalten zu können“.

Wandelndes Geschichtsbuch

Wer das „wandelnde Wassenberberg Geschichtsbuch“ Heidemanns kennt, darf wohl davon ausgehen, dass der welterfahrene Heimatfreund, sofern die Gesundheit es zulässt, auch weiterhin für jeden historischen Anlass im Ort der begehrte Referent und Autor bleiben wird. Unmöglich, seine vielen Vorträge, Veröffentlichungen, Ortsführungen alle aufzuzählen.

Dabei ist der in Würselen Aufgewachsene, der freilich schon als Kind am liebsten bei der Oma (mütterlicherseits) und den Tanten in Wassenberg verbrachte, alles andere als studierter Historiker. Nach dem Abitur am alt-ehrwürdigen Kaiser-Karl-Gymnasium in Aachen und der Einberufung zum Wehrdienst enschied sich Heidemanns nach dem Krieg zum Studium der Pharmazie und Lebenmittelchemie. Das Praktikum absolvierte er in der noch teilweise zerstörten Hirsch-Aptheke in Wassenberg.

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Eine steile Karriere bis zum ranghöchsten Apotheker der Bundeswehr mit Einsätzen in aller Welt folgte. Das machte auch Wohnsitzwechsel nötig, 32 Jahre lebte Familie Heidemanns in Koblenz, aber Wassenberg blieb stets zweiter Wohnsitz und Bezugspunkt des Jubilars. Klar war für den Generalapother nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand denn auch die Rückkehr nach Wassenberg. Zum Geschichtsinteresse Heidemanns’ passt sein Wohnsitz im Stammhaus der Familie aus dem Jahr 1771 an der Graf-Gerhard-Straße im Herzen der Stadt, das heute sicher einen Gratulantenansturm erwartet.

Weltläufigkeit und Heimatverbundenheit kennzeichnen das vielfach geehrte, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnete „Geburtstagskind“. Die Liste der ehrenamtlichen Funktionen im Heimatverein, der Pfarrgemeinde St. Georg oder der Schützenbruderschaft kennzeichnen den rastlos engagierten Ehrenamtler ebenso wie sein sozialer Einsatz für die Stadt, etwa als Mitgründer der ambulanten Hospizinitiative „Regenbogen“.

„Perle des Rurtals“

Erleichtert nahm Heidemanns die Nachricht vom Erhalt des Alten Rathauses auf, denn die Bergschäden, die den historisch gewachsenen Ortskern verletzen, machen dem Heimathistoriker Kopfzerbrechen. Nichts wünscht sich der Jubilar an seinem Ehrentag daher sehnlicher, als einen Rückgang der Bodenbewegungen in der einstigen „Perle des Rurtales“ und eine Wiederbelebung des Ortskerns.

(RP)
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