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Onlinehändler im Kreis Heinsberg: Händler punkten mit Ideen und Service

Onlinehändler im Kreis Heinsberg : Händler punkten mit Ideen und Service

Viele Kunden bestellen Bücher, Spiele und mehr heutzutage im Internet. Die Einzelhändler Ulrich Kirch (Wegberg) und Christopher Viehausen (Erkelenz) erläutern, worauf es im Wettbewerb mit großen Onlinehändlern ankommt.

Der klassische Einkaufsbummel durch die Fußgängerzonen ist längst nicht mehr selbstverständlich: Viele Kunden im Einzelhandel wechseln heutzutage zwischen Online- und stationärem Handel hin und her. "Wir Einzelhändler müssen uns diesem Trend stellen", sagt Christopher Viehausen aus Erkelenz. Der Geschäftsführer der Friedrich Viehausen GmbH und des spezialisierten Fachhändlers für Büroeinrichtung Viehausen & Gartz meint: "Mit ein bisschen Kreativität geht das auch."

Die Statistik des Handelsverbandes Deutschland (HDE) spricht eine deutliche Sprache. Der Online-Handel wächst rasant: Der gesamte Internetumsatz in Deutschland stieg von 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 29,5 Milliarden Euro im Jahr 2012 — Tendenz steigend. Einzelhändler müssen auf der einen Seite Chancen nutzen, die ihnen das Internet bietet, und auf der anderen Seite im Ladengeschäft die Kunden mit Dienstleistungen und Fachwissen überzeugen. "Wir setzen dabei auf gut ausgebildetes Personal, persönlichen Kontakt zu unseren Kunden sowie individuelle Beratung", sagt Christopher Viehausen. Schulkinder beispielsweise könnten Schulranzen in seinem Laden anprobieren. "Das Internet kann einen krummen Rücken nicht erkennen, unsere Mitarbeiter schon."

Viehausen ist überzeugt, dass Einzelhändler online präsent sein müssen. Doch wenn Produkt und Präsentation im Laden überzeugen, seien die Kunden weiterhin zum Kauf beim örtlichen Händler bereit. Dabei spiele ein zentraler Standort des Geschäfts eine wichtige Rolle. Bis Ende April verlegen die beiden Geschäftsführer Christopher Viehausen und Thomas Gartz den Standort ihres gemeinsamen Bürofachhandels an die Hermann-Josef-Gormanns-Straße (Post-Gebäude). Christopher Viehausen glaubt an den Erfolg des geplanten Flagship-Stores für hochwertige Bürostühle im Zentrum von Erkelenz. Mit Blick auf den Umzug spricht er von einem "Wechsel von der zweiten in die erste Reihe" — ein klares Bekenntnis zum Einzelhandel vor Ort.

Dass Händler heutzutage auf allen Kanälen für ihre Kunden da sein müssen, sagt auch Ulrich Kirch von der gleichnamigen Buchhandlung in Wegberg. Es komme auf eine gelungene Mischung an. Erfolgreiche Händler setzten auf alle Kanäle. Die vorgenommene Erweiterung des Ladenangebotes hat für Ulrich Kirch nicht den erhofften Erfolg gebracht — der "Kleine Kirch" wird bis spätestens Ende Februar wieder geschlossen. Kinderbücher und Spielwaren, die in dem Ladenlokal auf der Hauptstraße angeboten wurden, gibt es bald wieder nebenan in der Buchhandlung zu kaufen.

Die örtlichen Buchhändler stehen laut Kirch den großen Onlinehändlern in Nichts nach. "Wenn wir ein Buch heute bestellen, können es unsere Kunden in den allermeisten Fällen schon am nächsten Tag bei uns abholen." In puncto Service sei der Händler vor Ort dem Internet klar überlegen: Eine gute und individuelle Empfehlung im Laden sei besser als 1000 anonyme Kundenrezensionen im Internet. Außerdem haben die Ladengeschäfte nach Meinung der Einzelhändler eine wichtige soziale Funktion: "Freitags ist bei uns immer jede Menge los — dann ist Markt in der Fußgängerzone", sagt Kirch. Die Zukunft liege in der intelligenten Verknüpfung von Online- und Offline-Handelsaktivitäten.

Hier geht es zur Infostrecke: Online-Shopping: Sieben goldene Regeln

(RP)