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Grüne im Kreis Heinsberg: Kohleabbau ist überdimensioniert

Kritik von Kreisverband und Kreistagsfraktion : Grüne: Kohleabbau im Rheinischen Revier ist überdimensioniert

Das von der Landesregierung geplante Abbaufeld Garzweiler II ist viel zu groß dimensioniert, meinen die Grünen im Kreis Heinsberg.

Der Kreisverband und die Kreistagsfraktion der Grünen sind der Ansicht, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung dem Energieversorger RWE einen überdimensionierten Kohleabbau im Rheinischen Revier gewährt. Das gelte besonders für den Braunkohlentagebau Garzweiler II.

Die Antwort einer Kleinen Anfrage der Grünen-Abgeordneten Wibke Brems im NRW-Landtag macht aus Sicht von Kreisverband und Kreistagsfraktion der Grünen im Kreis Heinsberg deutlich, dass das von der Landesregierung geplante Abbaufeld Garzweiler II viel zu groß dimensioniert ist. Mit Blick auf die erhöhten Strombedarfe, die für die Zukunft prognostiziert werden, und den Atomausstieg sollen nach Aussage der Landesregierung Fördermengen im Rheinischen Revier abgebaut werden, die um 39 bis 64 Prozent höher liegen als ursprünglich prognostiziert. Gegenüber dem bislang errechneten Restkohlebedarf für die Braunkohlekraftwerke im Rheinischen Revier, der zwischen 580 und 685 Millionen Tonnen bis 2038 liegt, steht nun ein kumulierter Bedarf von rund 950 Millionen Tonnen Braunkohle im Raum. Als Quelle für diese Zahl werde die RWE Power AG genannt.

Auch gegenüber den geplanten Klimazielen von Paris sei der weitere Abbau von Garzweiler II deutlich zu groß, argumentieren die Grünen. Wenn dort noch 645 Millionen Tonnen gewonnen werden sollen und zusätzlich 180 Millionen Tonnen ab 2020 im Tagebau Hambach sowie rund 120 Millionen Tonnen für den Tagebau Inden, dann seien das nach einem Gutachten des DIW etwa 300 Millionen Tonnen zu viel über dem Bedarf bis 2038. „Dieses Szenario ist mit den Zielen des Kohleausstiegs und des Klimaschutzes nicht vereinbar. Statt noch möglichst viel Kohle bis 2038 zu verbrennen, sollten so viele Dörfer und Flächen wie möglich gerettet werden“, sagt Jörg van den Dolder, Fraktionsvorsitzender der grünen Kreistagsfraktion. „Wir brauchen mehr Anstrengungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und haben Alternativen zur Kohleverstromung, um einen möglichst schnellen Kohleausstieg zu erreichen.“

Für den Kreisverband äußert auch die Kreissprecherin der Grünen, Ruth Seidl, ihr Unverständnis: „Das ist aus unserer Sicht ein Affront gegenüber der Kohlekommission und den Menschen in den Tagebaudörfern. Es ist ein fataler Widerspruch, dass die Menschen ihre Heimat für immer verlieren sollen, obwohl klar ist, dass Kohlekraftwerke keine Zukunft mehr haben.“

(RP)