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Wegberg: Gemütlich — aber unauffällig

Wegberg : Gemütlich — aber unauffällig

Stadtplaner haben mit Blick auf den Einzelhandel die Stärken und Schwächen der Wegberger Innenstadt analysiert. Dem gemütlichen Einkaufsflair stehen fehlende Anbindungen und unübersichtliche Öffnungszeiten gegenüber.

Das Kölner Stadtplanungsbüro Dr. Paul Jansen hat mit Blick auf den Einzelhandel die Stärken und Schwächen der Wegberger Innenstadt zusammengefasst. Eine Übersicht bietet der Entwurf des Einzelhandelskonzepts:

Die Stärken Zu den größten Stärken der Wegberger Innenstadt zählen die Kölner Stadtplaner die gemütliche Einkaufsatmosphäre mit modernen Straßenlaternen, ausreichend Sitzgelegenheiten, der angemessenen Begrünung und einer regionaltypischen Pflasterung der Fußgängerzone. Auch sei das Hauptzentrum mit dem öffentlichen Personennahverkehr über die vier Buslinien 408, 412, 413 und 418 sowie der Regionalbahn im Einstundentakt aus allen Richtungen gut zu erreichen. Eine weitere große Stärke Wegbergs: zahlreiche Parkplätze stehen an Schwalmaue, Markusstraße, Gelderner Weg, Karmelitergasse und Bahnhofstraße zur Verfügung. Während in benachbarten Städten Parkscheinautomaten gefüttert werden wollen, ist das Parken in Wegberg überall kostenlos möglich.

Viele Aktionen

Nach Ansicht der Kölner Stadtplaner ist das Zentrum sowohl zu Fuß als auch per Fahrrad gut zu erreichen. Positiv erwähnen die Planer auch die Vielzahl ergänzender Nutzungsmöglichkeiten in Kloster, Burg, Stadtpark, Stadtverwaltung, Krankenhaus und Pflegeheim. Stadt, Werbegemeinschaft und die Unternehmergenossenschaft "Unser Wegberg eG" böten regelmäßig besondere Aktionen wie Kultursommer, Moonlight-Shopping, Adventsmarkt und mehr an.

Die Schwächen Negativ fiel den Kölner Stadtplanern die hohe Zahl von leerstehenden Geschäftsgebäuden auf, wie die ehemalige Post in der Bahhofstraße (90 qm), der ehemalige Edeka in der Bahnhofstraße (600 qm) und der ehemalige Getränkemarkt an der Hauptstraße (600 qm). Dass es in Wegberg zu wenig Bekleidungsgeschäfte gibt, begründen die Stadtplaner unter anderem mit der kleinteiligen Gebäudestruktur. Schaufenstergestaltung, Eingangsbereiche und die Außendarstellung könnten freundlicher gestaltet werden. Die Stadtplaner bemängeln auch einen Missstand, über den in Wegberg seit vielen Jahren diskutiert wird: die nicht einheitlichen Öffnungszeiten der Geschäfte im Hauptzentrum. Weitere Schwächen: Die Eingangsbereiche von Fußgängerzone und Zentrum seien zu unauffällig. Eine städtebauliche Anbindung der Innenstadt an die Einkaufszentren an der Fußbachstraße und Am Bahnhof fehlten völlig. Ob angesichts der lokalen Wettbewerbssituation Fußbachstraße und Bahnhof die Ansiedlung eines bedeutenden Nahversorgers im Hauptzentrum gelingen kann, sei fraglich. Städtebauliches Ziel müsse es sein, die Verknüpfung zwischen Fußbachstraße, Bahnhof und Hauptzentrum zu verbessern, um Kopplungskäufe zu ermöglichen.

(RP)