Gangelt: Der Wildpark feiert 50. Jubiläum 2019 mit Aktionen

Jubiläum in Gangelt : Wildpark Gangelt feiert 50-Jähriges

Der ehemaliger Bürgermeister und Landarzt Hermann von den Driesch legte das Hochwild-Freigehege 1969 an. Bis zu 100.000 Besucher kommen jährlich.

Der Wildpark Gangelt bietet die besondere Gelegenheit, eine repräsentative Auswahl europäischer Wildtiere in naturnahen Lebensräumen zu erleben. In stillen Vollmondnächten recken hier die Wölfe ihre spitzen Schnauzen in den Sternenhimmel und geben eindrucksvoll ihrem Urinstinkt Ausdruck. Zur Brunftzeit ist das Röhren der Hirsche zu hören. Und zudem stoßen die Vögel in der Falknerei regelmäßig ihre individuellen Rufe aus. Der damalige Bürgermeister und Landarzt Dr. Hermann von den Driesch legte aus Liebe zur Natur und dem Wild sowie aufgrund seiner Verbundenheit mit seinem Heimatort Gangelt das „Hochwild-Freigehege Gangelt“ an. Unter riesigem Besucheransturm eröffnete es am 24. Mai 1969. Im Laufe der Jahre stieg die Besucherzahl stetig an, so dass heute bis zu 100.000 Besucher jährlich zu 500 Tieren im Wildpark kommen.

Dabei war der Tierbestand stetig erweitert worden. So gab es zur Eröffnung die Wildarten Rot-, Dam-, Reh-, Muffel-, Stein-, Schwarz- und Sikawild neben Wapitis und Greifvögeln zu sehen. In den 1970er Jahren kamen Wisente (1970), Wölfe (1971), Elche (1972), Luchse (1973), Braunbären (1978) sowie Wildkatzen, Fischotter und Murmeltiere dazu. Der Wildpark Gangelt leiste mit seiner Beteiligung an Internationalen Artenschutz- und Wiederaussiedlungs-Programmen einen aktiven Beitrag zum Naturschutz, beschreibt jetziger Parkbesitzer Dr. Hermann von den Driesch Junior eine von dessen bedeutenden Aufgaben. „Waren es in der Vergangenheit Uhus und Steinkäuze, die wir erfolgreich nachgezüchtet haben, so sind es in den letzten Jahren europäische Nerze.“ Aktuell wurde eine Wisent-Gruppe zusammengestellt, um spätere Nachzuchten für Wiederansiedlungsprojekte zur Verfügung zu stellen.

Der Gründer, Hermann von den Driesch Senior, bei der Vorstellung des ersten Werbeprospektes. Foto: Wildpark Gangelt

Und: „Ein großes Thema ist für uns auch die Umwelt- und naturkundliche Bildung“, zählt er weiter auf. „Durch ständige Weiterbildung und Schulung unserer Mitarbeiter in Qualifizierungs-Seminaren des Deutschen Wildgehege Verbandes können wir viel Wissen um Fauna und Flora in speziellen Führungen, gerade auch für Schulklassen, an unsere Besucher weitergeben.“ Die im „Haus Wildblick“ beheimatete Naturschule bietet naturkundlichen Unterricht zu den Themen Wildtierkunde-, Natur-, Umwelt- und Erlebnispädagogik verbunden mit naturkundlichen Führungen an. Ergänzend gibt es einen Waldlehrpfad durch den Park und ein Bienenhaus.

Die unterschiedlichen Greifvögel des Wildparks Gangelts sind nicht nur während der Freiflüge ein wunderschöner Hingucker. Erwin Janssen begann vor 36 Jahren als Falkner und ist auch im Ruhestand hier geblieben. Foto: Wildpark Gangelt

Rückblickend änderten sich auch in den 1990er Jahren die Anforderungen an Wildparks und Zoos: Somit wurden die Gehege größer gestaltet, den Tieren Rückzugsmöglichkeiten geboten und zur Steigerung des Erlebniswertes erhöhte Beobachtungspunkte errichtet. Dazu waren und sind die Greifvögel unter Obhut von Falkner Erwin Janssen ein außergewöhnlicher Blickfang: Die Milane, Bussarde, Falken, Eulen, Adler oder der Neuzugang Schreiseeadler Cleo zeigen bei Freiflügen ihre Künste. Zudem sorgt der große Abenteuerspielplatz bei den Kindern für jede Menge Spaß. Stand in den 1970er Jahren ein ausgedientes Flugzeug dort, gibt es heute neue Spielgeräte neben Picknickplätzen und einem Kiosk. Streichelzoo sowie das jährliche Osterfest und Herbstferienprogramm runden das umfangreiche Angebot des ganzjährig geöffneten Wildparks ab.

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