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Wegberg: Frühlingsboten auf der Spur

Wegberg : Frühlingsboten auf der Spur

Drei Tage lang untersuchten sechs Nachwuchsforscher mit Biologin Sabine Stock ihre nähere Umgebung. Salweide und Honigbiene haben sie als spezielle Themen ausgesucht. Das Projekt ist ein Wettbewerb der Naturschutzjugend.

Mit Bollerwagen und Hund Elvis macht sich die sechsköpfige Kindergruppe unter Leitung von Biologin Sabine Stock Richtung Skateranlage und Sportplatz von Gerichhausen aus auf den Weg. Rucksäcke und Forscherausrüstung haben sie in dem Wägelchen verstaut. Wachsamkeit und Neugier sind ab den ersten Metern wichtig. So entdecken sie einen bunten Fasanenhahn am Waldrand, eine Baumhütte oder Behausung aus Stöcken.

Wettbewerb der Naju

Es ist Ferienzeit und damit Start für die Gruppe beim Wettbewerb "Erlebter Frühling" der Naturschutzjugend (Naju) des Naturschutzbundes (Nabu). Die vier Frühlingsboten Dohle, Honigbiene, Salweide und Zwergfledermaus waren zur Auswahl gestellt worden, von denen beliebig viele untersucht werden können. Die Wegberger Gruppe hat sich für Salweide und Honigbiene entschieden. Mit eigenen erstellten Beiträgen werden sie sich um die Preise (unter anderem ein GPS-Gerät) bewerben. Die Preisverleihung ist am 4. Juni.

Lasse (6), Fynn und Julian (8), Tammo (9) sowie Nadja und Greta (10) steuern Sträucher an, die an der Wiese neben der Skateranlage wachsen. "Welches Geschlecht hat diese Weide?", fragt Sabine Stock die Kinder. Männlich, ist die richtige Antwort, die Blüten sind teils gelb und voller Blütenstaub, teils sind sie noch hell. Sie nehmen den Staub in den Mund und probieren ihn. Ein paar Meter weiter finden sie eine weitere Salweide, mit dickem Stamm und grünen, weichen Blüten. Sie haben ein weibliches Exemplar vor sich. "Diese Bäume können über zehn Meter hoch werden und es stört sie nicht, wenn sie in Teilen brechen", sagt Stock. Der männliche Blütenstaub werde von den Insekten auf die weiblichen Blüten getragen, erläutert sie, damit diese neue Früchte tragen können. Für Bienen und Hummeln seien Nektar und Pollen dieser Frühblüher wichtige Nahrungsquellen.

Um an diesem kühlen Tag Bienen an den Weiden zu finden, braucht es ein wenig Glück. Auf der Wiese nehmen sie Weiden-Pflanzenteile unter die Lupe, schauen sich Blätter und Rinde an. Beim weiteren Rundgang entlang des Sportplatzes bis zum Beeckbach vergleichen sie die Merkmale anderer Weidenarten mit den untersuchten. Dass Weiden biegsame Zweige haben und daraus Weidenkörbe und Korbstühle hergestellt werden können oder dass sie gut im Boden anwachsen, hatten sie zuvor erfahren. "Morgen werden wir uns mit der Honigbiene beschäftigen", sagt die Biologin, "anhand von Schaukästen, Waben, Honigen und dem Kennenlernen von Hummeln und Wespen. In unserem Garten werden wir Wildbienen in Kästen angucken."

Erlebnisse dokumentieren

In welcher Form sie ihre Erlebnisse dokumentieren und einschicken werden, steht noch nicht fest. Möglich sind Fotos, Selbstgebasteltes, Audio-CD oder Texte.

(cole)