Erkelenzer Land: Front National führt in zwei Partnerstädten

Erkelenzer Land: Front National führt in zwei Partnerstädten

Präsidentenwahlen in Frankreich: In Breteuil und St. James landete Marine Le Pen vorn, in Pontorson führte Republikaner Francois Fillon.

Rechtsruck in Frankreich? In den drei französischen Partnerkommunen der Nordkreisstädte lag beim ersten Votum zur Präsidentenwahl die rechtsradikale Marine Le Pen in zweien vorn, in Breteuil (Hückelhoven) und in St. James (Erkelenz) lediglich in Wassenbergs Partnerstadt Pontorson führte der Konservative Francois Fillon.

In Breteuil zählte man im Rathaus an der Rue de Hückelhoven von 2984 Wahlberechtigten 2360 an den Urnen, das waren 79,09 Prozent. Mit 804 oder 34,94 Prozent räumte Marine Le Pen vom rechtsradikalen "Front National" (Nationale Front), FN, fast doppelt so viele ab wie Francois Fillon von den konservativen "Le Républicains" (Die Republikaner) LR, mit 405 oder 17,6 Prozent. Frankreich-Sieger Emmanuel Macron, von der Partei "En Marche!" (Auf dem Vormarsch), EN, erzielte 383 Stimmen und damit 16,64 Prozent. Der linke Landesvierte, Jean-Luc Mélenchon, Partei "La France insoumise" (Das aufsässige Frankreich), LFI, folgt auch in Breteuil auf dem vierten Rang mit 348 Stimmen und 15,12 Prozent. Die "Parti Socialiste" (Sozialistische Partei), PS, wurde hier mit ihrem Kandidaten Benoit Hamon, landesweit abgeschlagener Fünfter, mit 120 Stimmen und 5,22 Prozent sogar nur Sechster.

Im Departement Eure, Normandie, zu dem Hückelhovens Partnerstadt Breteuil gehört, waren 427.533 Menschen wahlberechtigt, Gebrauch davon machten 345.318 oder 80,77 Prozent. Fast 100.000 Stimmen erzielte Marine Le Pen, knapp 30 Prozent, Macron erzielte knapp 20 Prozent, Fillon knapp 19, Mélenchon 17,5 und Hamon 5,1 Prozent.

In der Erkelenzer Partnerstadt ist ebenfalls Marine Le Pen mit 707 von 2882 abgegebenen gültigen Stimmen oder 24,53 Prozent Erste. Ihr folgte mit 678 oder 23,53 Prozent Francois Fillon, Gesamterster Emmanuel Macron wurde hier dritter mit 616 Stimmen oder 21,37 Prozent. Auch hier folgte Jean-Luc Mélenchon mit 404 Voten oder 14,02 Prozent, Benoit Hamon landete auch hier auf dem fünften Rang mit 146 Stimmen und 5,07 Prozent.

Stimmberechtigt waren in St. James 3608 Menschen, 2973 nahmen teil, ein Prozentsatz von 82,80, auch hier eine recht hohe Wahlbeteiligung.

In der Wassenberger Partnerkommune Pontorson lag Fillon mit 652 von 2579 abgegebenen gültigen Stimmen, 25,28 Prozent vorn, gefolgt von Macron mit 594, 23,03 Prozent, dahinter Le Pen mit 590, 22,88 Prozent, und Mélenchon, 363, 14,08 Prozent. PS-Mann Hamon erzielte 129 Stimmen (5,0 Prozent).

Sowohl Pontorson wie auch St. James gehören zum Departement Manche, ebenfalls Normandie, an der Atlantikküste, hier waren insgesamt 379.000 Menschen zu den Urnen eingeladen, 309.000 oder 81,5 Prozent folgten dem. Auf Macron entfielen 74.800 Stimmen und damit 24,9 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, Fillon folgt mit 21,6 Prozent, Le Pen mit 20,5, Mélenchon mit 17 und Hamon mit 6,4 Prozent.

Bei der vorherigen Präsidentschaftswahl 2012, hatte in Breteuil im ersten Wahlgang Nicolas Sarkozy von LR mit 28,7 Prozent vor Le Pen mit 27,2 gelegen, Dritter war hier der schließlich gewählte Präsident Hollande von der PS mit 24,4 Prozent. Der linke Mélenchon hatte lediglich 8,1 Prozent. In Pontorson erreichte Sarkozy mit 783 Stimmen den ersten Platz, Hollande folgte mit 611, Mélenchon wurde Vierter mit 191. St. James schickte 2012 Nicolas Sarkozy mit 513 Voten in die Stichwahl, Hollande mit 362 Stimmen, Le Pen wurde Vierte mit 215, Mélenchon mit 142 Stimmen Fünfter.

2012 lag der spätere Präsident Francois Hollande landesweit schon im ersten Wahlgang vor Nicolas Sarkozy - das gleiche Prinzip wünschen sich wohl die weitaus meisten Franzosen für die Stichwahl zwischen Macron und Le Pen.

(isp)